„Goldene Spenglerarbeit 2015“: Im Bauch des Elefanten

„Goldene Spenglerarbeit 2015“: Im Bauch des Elefanten

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Teaserbild-Quelle: VDSS/zvg

Rund alle drei Jahre verleiht der Verein diplomierter Spenglermeister der Schweiz einer besonders hochstehenden Gebäudehülle aus Metall den Titel „Goldene Spenglerarbeit“. Dieses Jahr wurde ein Kindergarten im aargauischen Untersiggenthal auszgezeichnet, der eigentlich ein Elefant mit Schlangenhaut ist.

Antoine de Saint-Exupérys  Erzählung „Der Kleine Prinz“ oder vielmehr eine Illustration des Schriftstellers lieferte die die Vorlage zum verspielten Gebäude: Die Eglin Schweizer Architekten aus Baden nahmen die Zeichnung des Elefanten, der eine Schlange verschluckt hat, als Basis für das neue Zuhause des Kindergartens Zelgli West. Mit etwas Phantasie erkennt man in dem Gebäude den Kopf und den Rumpf, die durch einen Knick markiert werden. Die Hülle des Tieres ist allerdings alles andere als elefantös: Mit  ihrer wabenförmigen Struktur nimmt sie Bezug zu einer Schlangenhaut. Was nach der Fertigstellung golden geleuchtet hat, setzt nun nach und nach Patina an.  Verspielt ist auch das Innere, Nischen und eine Galerie machen Lust, das Gebäude zu erkunden.

Seine beinahe märchenhafte Aura verdankt der blechverkleidete Holzbau aber auch und wohl vor allem den Spenglern, welche die Hülle geschaffen haben. Die Jury freue sich, dass die Idee der Architekten eben nicht Idee geblieben sei, sondern mit goldenem Blech perfekt umgesetzt worden sei, heisst es in der Dokumenation zur „Goldenen Spenglerarbeit 2015“ über die Arbeit der Spenglerfirma Palla + Partner AG aus Kleindöttingen AG. „Hier wurde in geglückter Zusammenarbeit von Gestaltenden und Ausführenden, von Architekt und Spenglermeister mit den jeweiligen Teams und der Bauherrschaft, das richtige Material für die eigenständige Form und den spezifischen Ausdruck des Gebäudes und seiner Nutzung gewählt.“ Lob findet auch die handwerklich perfekte Umsetzung. „Die Einteilung stimmt, die Kanten sind perfekt, der Ortgang endet wie es sein muss ohne Blende, die Fenster sind adäquat wie Augen integriert, die Dachabreiten sind ebenfalls in der gleichen Qualität.“ Kurz, es stimme alles.

Es ist übrigens nicht der erste Preis, den der Kindergarten erhält:  2012 wurde er bereits mit dem Prix Lignum ausgezeichnet. (mai)