Göscheneralpsee ist fast völlig leer

Göscheneralpsee ist fast völlig leer

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Teaserbild-Quelle: zvg

Der Stausee auf der Göschenenalp ist normalerweise mit 75 Millionen Kubikmetern Nutzwasser gefüllt. Jetzt ist er fast leer. Aber nicht aus Versehen, sondern um die baulichen Anlagen zu kontrollieren und sanieren.

Das sieht man nicht alle Tage: Auf der Göschenenalp klafft ein riesiges Loch, wo normalerweise ein gut gefüllter Stausee ist. 75 Millionen Kubikmeter Nutzfasser kann er fassen, gespeist aus Wasser der Göscheneralp-, Furka- und Voralpreuss. Dieses fliesst durch einen sieben Kilometer langen Druckstollen bis ins Wasserschloss Rötiboden und von dort in einem 900 Meter langen Druckschacht steil runter in die Kavernenzentrale in Göschenen. Die Kraftwerk Göschenen AG (KWG) produziert hier im Auftrag der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) und der SBB AG Strom.

Die Leerung des Sees hat am 1. Januar begonnen, wie es in einer Mitteilung der KWG heisst. Das geschieht alle zehn Jahre, um die Bau- und Stahlwasserbauanlagen beim Einlauf und beim Grundablass zu kontrollieren. Geschäftsführer Remo Ifanger sagt: „Bereits jetzt steht fest, dass wir die Gelegenheit nutzen, um auch die Hydraulikanlagen der Drosselklappe komplett und jene des Grundablasses teilweise zu ersetzen.“ Sie sind schon seit der Inbetriebnahme im Jahr 1961 im Einsatz und bisher nie saniert worden. Was ebenfalls gemacht wird, sind Ausbesserungen an der Betonstruktur des Druckstollens. Ausserdem wird der Korrosionsschutz aller Metallteile des Triebwassersystems untersucht. Die KWG schreibt, dass die Inspektion die Grundlage für Sanierungsarbeiten während der nächsten Entleerung – also in zehn Jahren – bildet.

Für die diesjährigen Kontrollen und Sanierungen investiert das Unternehmen rund 650‘000 Franken. Das Ganze wird mehrere Wochen dauern. Am 18. März wird der Betrieb wieder aufgenommen.

Fachleute des Gewässerschutzes des Kantons Uri begleiten die Entleerung des Sees eng und überwachen insbesondere die Trübung der unterliegenden Gewässer. Und wer sich jetzt Gedanken um die Fische im Stausee macht, kann beruhigt sein: Laut KWG sind sie nicht beeinträchtigt, denn es verbleibe an der tiefsten Stelle des See genügend Wasser, wo sie sich zurückziehen könnten. (mt/pd)