Glücksdrache auf dem Blumenfeld

Glücksdrache auf dem Blumenfeld

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Der Projektwettbwerb für die neue, 82 Millionen Franken teure Schulanlage Blumenfeld in Zürich-Affoltern ist entschieden: Das Team agps architecture setzte sich mit „Fuchur“ durch. Vielleicht war der gewählte Name ja ein gutes Omen: Fuchur heisst der Glücksdrache in Michael Endes „Unendlicher Geschichte“.
 
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Die geplante Anlage soll dereinst 440 Schülern Raum bieten.
 
Der Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für die dringend benötigte Schulanlage Blumenfeld in Zürich-Affoltern ist entschieden. 15 Teams haben Projektvorschläge für die neue Schulanlage mit Dreifachturnhalle ausgearbeitet. Schliesslich setzte sich das Büro agps architecture mit „Fuchur“ als Sieger durch. Die Anforderungen an die Teilnehmer seien hoch gewesen, heisst es dazu in der Medienmitteilung des Stadtzürcher Hochbaudepartements. „Die Stadt verlangt von ihren Bauten hohe städtebauliche und architektonische Qualität – und zugleich sollen natürlich auch Funktionalität, Kostenbewusstsein und Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Mit diesem Projekt wird das Quartier ein Schulhaus mit hoher Qualität und moderner Funktionalität erhalten.“, wird Hochbauvorsteher André Odermatt zitiert.
 
Läuft alles nach Plan, entsteht zum Schuljahresbeginn 2015/16 auf dem Areal Blumenfeld im Quartier Ruggächer in einer ersten Etappe eine neue Schulanlage für rund 440 Schüler von vier bis dreizehn Jahren,. Der Bau kann laut Stadt später je nach Bedarf in einer zweiten Etappe erweitert werden.

Kosten sorgen für Diskussionen

Gemäss einer groben Schätzung der Stadt belaufen sich die Anlagekosten für die erste Etappe auf rund 82 Millionen Franken (inklusive Reserven). Hinzu kommen noch fünf Millionen für die Sanierung der Altlasten auf dem künftigen Schulhausgelände. Mit weiteren zwölf Millionen schlägt der Übertrag ins Verwaltungsvermögen zu Buche. Über die Objektkreditvorlage soll im Frühjahr/Sommer 2012 im Stadt- bzw. Gemeinderat befunden werden. Voraussichtlich im Herbst 2012 entscheidet dann das Stimmvolk.
 
Im Parlament haben die Kosten bereits für heftige Kritik gesorgt. Denn die neue, ebenfalls von agps architecture entworfene Zurich International School schlug nur mit 36 Millionen Franken zu Buche und bietet sogar etwas mehr Schülern Platz als die geplante Anlage. Wie Odermatt gegenüber dem „Tages-Anzeiger“ erklärte, sei das Schulhaus Blumenfeld kein Luxusbau. Kostentreibend seien laut dem verantwortlichen Architekten Reto Pfenninger von agps archicture Fläche und Volumen der Anlage, heisst es weiter. Dass der Glücksdarche mehr als doppelt so viel kostet wie das erwähnte 36-Millionenprojekt, begründet Odermatt gegenüber der Zeitung mit anderen Anforderungen. Ein Klassenzimmer an der International School sei 60 Quadratmeter gross, im Schulhaus Blumenfeld gemäss kantonalen Empfehlungen 80 Quadratmeter. Als weitere Ursachen führt er neben anderem an, dass wegen des Volksschulgesetzes weitere Räume notwendig seien. (mai)