Glasfasernetze: Der Osten holt auf

Glasfasernetze: Der Osten holt auf

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Die Anzahl der Glasfaseranschlüsse in Europa steigt weiter an. Während sich Staaten wie die Ukraine  in dieser Hinsicht stark engagieren, hinkt die DACH-Region – Deutschland, Österreich und die Schweiz – hinterher. Immerhin hat die Schweiz im Vergleich zu ihren beiden Nachbarländern die Nase vorn.
 
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Die Schweiz könnte es in die Rangliste des FTTH-Councils schaffen.
 
 
„Es gibt mittlerweile Studien, die zeigen, dass die breite Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen einen positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum hat“, erklärt FTTH-Council-Generaldirektor Hartwig Tauber. Im Februar will die Organisation entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse und eine Rangliste präsentieren. Letztere erfasst Länder, in denen mindestens ein Prozent aller Haushalte Zugang zu Internet via Glasfaser hat. Die Schweiz findet sich noch nicht auf der Liste. Der Grund: Ihr Prozentsatz lag im vergangenen Juni noch bei 0,5 Prozent. Weil in der Schweiz in den letzten Jahren aber viel in Glasfasernetze investiert wurde, rechnet Tauber mit einem massiven Anstieg der Anzahl Haushalte mit einem Glasfaserzugang und damit, dass sie es bereits bis Ende Jahr noch in die Liste schaffen könnte. Wenn nicht, dürfte es laut dem Experten im 2012 so weit sein.

Ambitionierte Pläne, harzige Umsetzung

Weniger rosig sieht es in Deutschland aus. Zwar klingen die Pläne der Regierung vielversprechend: Bis 2013 sollen alle Haushalte mit Breitbandinternet ausgerüstet und bis 2020 soll eine flächendeckende Verfügbarkeit von Anschlüssen mit einer Geschwindigkeit von 30 m/bit gewährleistet sein. Aber die Realität sieht anders aus. Vor allem im Bereich der Glasfasernetze. Dort lag der Versorgungsprozentsatz Mitte Jahr noch bei rund 0,25 Prozent.
 
Etwas besser ist die Situation in Österreich. Dennoch harzen auch hier Aufbau und Vermarktung von Hochgeschwindigkeits-Netzen: Vor sechs Monaten hatten rund 0,5 Prozent aller Haushalte Zugang zum modernen Netz. Tauber sieht wenig Chancen für die Erreichung der Ziele des „Breitbandplans“. Vorgesehen war, bis 2013 überall Surfgeschwindigkeiten von 25 m/bit zu ermöglichen, doch in den ländlichen Gegenden stagniert die Entwicklung seit Jahren.

Spitzenreiter Litauen

Bei der Mehrheit der europäischen Länder weist der Trend in eine andere Richtung. Staaten aus dem Osten, wie die Ukraine und Rumänien, holen stark auf. Aber auch das krisengeplagte Portugal: Im Zusammenhang mit den 2009 beschlossenen Investitionen zählt es zu den Ländern mit den am stärksten wachsenden Glasfasernetzen. Traditionell führend bleiben Skandinavien und die baltischen Staaten. In Ländern wie Schweden oder Norwegen zeigen Gemeinden viel Eigeninitiative, um die oft grossen geografischen Distanzen mit Telekom-Infrastruktur zu überwinden. Die mit Abstand höchste Versorgungsrate weist übrigens Litauen auf, und zwar 26,56 Prozent. (mai)