Gewinneinbruch ohne rote Zahlen

Gewinneinbruch ohne rote Zahlen

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Im ersten Halbjahr hat der Bauchemie- und Klebestoff-Konzern Sika einen Rückgang des Reingewinns von über 40 Prozent hinnehmen müssen. Der Gesamtumsatz sank um rund zwölf Prozent. Trotzdem bewegen sich Umsatz- wie Gewinnzahlen auf hohem Niveau.
 
Die Wirtschaftskrise hat sich in den Halbjahreszahlen des Bauchemie- und Klebestoff-Konzerns Sika niedergeschlagen. In den ersten sechs Monaten sank der Umsatz um 12,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken, gab Sika bekannt. Dabei bekam der Konzern die Währungsentwicklungen wie beispielsweise die Stärke des Frankens zu spüren, die für die Hälfte des Umsatzrückgangs verantwortlich sind.
 
Die ungünstigen Wechselkurse machten auch das solide Wachstum in Lateinamerika, China und in der Region Indien, Mittlerer Osten und Afrika beim Umsatz zum grössten Teil wieder zunichte. Alle anderen Regionen mussten Einbussen hinnehmen. Dennoch habe sich Sika in fast allen Ländern besser gehalten als der allgemeine Markt, hiess es.
 
Am meisten litt die Industriesparte, die Autohersteller beliefert. Dort sackte der Umsatz um ein Viertel auf 375,3 Millionen Franken ab, weil die Hersteller von Autos, Lastwagen und Bussen die Produktion massiv gedrosselt haben. Die grössere Baudivision setzte noch 1,6 Milliarden Franken um (-8,9 Prozent).
 
Die niedrigere Auslastung, vor allem der Anlagen in den zentralen Werken, habe das Ergebnis belastet, hiess es weiter. Wegen Zukäufen stiegen die Personalkosten leicht, da die Sparmassnahmen erst im zweiten Halbjahr Wirkung zeigen würden. Zudem musste der Konzern höhere Abschreibungen und Amortisationen verbuchen.
 
Insgesamt fiel der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 40,8 Prozent auf 148,3 Millionen Franken. Unter dem Strich erzielte Sika einen Reingewinn von 92,1 Millionen Franken. Das sind 43,4 Prozent weniger als im ersten Semester 2008. Damit hat der Konzern die Erwartungen der Analysten ganz leicht verfehlt. An der Schweizer Börse fiel die Aktie zunächst um über zwei Prozent, erholte sich dann aber wieder und schloss um 0,5 Prozent im Minus auf 1279 Franken.
 
Die Rezession machte Sika am stärksten in Nordeuropa zu schaffen. Dort sei der Umsatzanteil mit Industriekunden im Vergleich zu anderen Regionen am grössten, weshalb sich die schwere Krise im Fahrzeugbau hier besonders stark auswirke. Einige Hersteller, für die Sika Klebstoffe liefert, kürzten ihre Produktion um bis zu 80 Prozent. Der Betriebsgewinn in Nordeuropa fiel um die Hälfte.
 
Einen Gewinneinbruch um gut ein Fünftel erlitt Sika in Lateinamerika, während der Ebit in Südeuropa um 15 Prozent zurückging. Besser hielten sich Nordamerika (-11 Prozent, die Region Indien, Mittlerer Osten und Afrika (-10 Prozent) sowie Asien (-0,5 Prozent).
 
Konkrete Prognosen für die weitere Entwicklung der Geschäftszahlen gab Sika nicht. Der Konzern erwartet in den Schwellenländern mit Ausnahme von Osteuropa ein weiteres Wachstum, vor allem wegen der hohen Bautätigkeit für Infrastrukturprojekte. Bei den Rohstoffpreisen rechnet Sika für das Gesamtjahr mit einer Entlastung gegenüber 2008. Die Sparanstrengungen gingen in der zweiten Jahreshälfte weiter. Dabei bemühe sich Sika, den Bestand an gut ausgebildeten Mitarbeitern möglichst zu halten. Die von vielen Staaten beschlossenen Konjunkturprogramme würden sich indes erst im nächsten Jahr positiv auswirken.