Gesünder wohnen im vierten Stock

Gesünder wohnen im vierten Stock

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Teaserbild-Quelle: Diliff wikimedia.org
Ab dem vierten Stock aufwärts lebt es sich gesünder. Denn wer im Parterre wohnt, stirbt eher an einem Herzkreislauf- oder Lungenerkrankungen, als diejenigen, die in den oberen Stockwerken zu Hause sind. Dies ergab eine Studie der Universität Bern.
 
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Wer in luftiger Höhe wohnt, lebt laut der Studie gesünder.
 
Sowohl Herzkreislauf- als auch Lungenerkrankungen sind mit gesundheitsrelevantem Verhalten wie Rauchen, Ernährung und Bewegung verbunden. Deshalb vermutete das Team um Matthias Egger und Radoslaw Panczak vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern, dass die höhere Sterblichkeit von Parterrebewohnern im unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Status gründet. Allerdings konnten in der Studie nicht alle Einflüsse berücksichtigt werden: Bildung, Nationalität und Beruf waren bekannt, nicht aber Einkommen und Vermögen der Bewohner.
 
Zudem schliessen die Forscher nicht aus, dass das Leben in einem höheren Stock mehr Bewegung mit sich bringt, was die Gesundheit verbessert. „Wer regelmässig die Treppen zu seiner Wohnung erklimmt, macht etwas für seine Gesundheit“, sagt Egger. Allerdings dürfte vor allem in die höheren Stockwerke doch meistens der Lift zum Einsatz kommen.
 
Nicht bei allen Todesursachen sind die Nachbarn in den höheren Stockwerken jedoch im Vorteil: Sie starben in der Beobachtungszeit von 2001 bis 2008 deutlich häufiger als die Bewohner der untersten Stockwerke durch Sprünge aus grosser Höhe in suizidaler Absicht. Gemäss Egger ist es unklar, ob dies allein an der Gelegenheit liegt. „Die Frage ist aber interessant für die Diskussion, ob die Verfügbarkeit einer Methode einen Einfluss auf die Suizidrate hat“, sagt der Epidemiologe.
 
Für die Studie wurden die Daten von 1,5 Millionen Menschen analysiert, die zum Zeitpunkt der Volkszählung 2000 in der Schweiz in einem Gebäude mit vier oder mehr Stockwerken wohnten. In der Beobachtungszeit von 2001 bis 2008 wurden insgesamt 142‘390 Todesfälle verzeichnet.  Das Projekt ist Teil der vom Schweizerischen Nationalfonds und vom Bundesamt für Statistik unterstützten Schweizer Kohortenstudie (Swiss National Cohort). (mai/mgt)