Gesucht: Millionen für Religionen

Gesucht: Millionen für Religionen

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Der Verein „Haus der Religionen“ plant seit rund zehn Jahren ein gleichnamiges Kultuszentrum, das das Judentum, die Baha’i-Religion, den Islam, Hinduismus, Buddhismus und das Christentum unter einem Dach vereint. Platz finden soll es in der geplanten Europaplatz-Überbauung. Aber noch fehlt Geld.
 
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Im geplanten "Europaplatz"-Projekt soll das "Haus der Religionen" unterkommen.
 
Begonnen hatte alles mit einem Vorschlag der Urban Architects aus Amsterdam, die mit ihrer Idee den Europan-Wettbwerb 1998 gewonnen hatten. In der Folge wurde in Zusammenarbeit mit dem Berner Büro bauart Architekten 2002 eine Machbarkeitsstudie entwickelt. 2005 reichte man das Bauprojekt ein und zwei Jahre später wurde das Gesamtprojekt „Europaplatz“ – zu dem neben dem Haus der Religionen ein Hotel und Wohnungen gehören – bewilligt. Im Herbst 2008 stieg das Zürcher Unternehmen Halter Entwicklungen ein, seither wird das Projekt vorangetrieben. Kosten soll der geplante Gebäudekomplex insgesamt 70 bis 80 Millionen. Das „Haus der Religionen“ soll dort den einzelnen Glaubensrichtungen auf knapp 3400 Quadratmetern Andachts- und Versammlungsräume bieten.
 
Doch um mit seinem Kultuszentrum im Europaplatz-Projekt unterzukommen, braucht der Verein „Haus der Religionen“ mit zehn Millionen Franken. Wie die „Berner Zeitung“ weiss, sind allerdings erst 2,9 Millionen zugesichert. Gibt der Grosse Rat seinen Segen, steuert der Lotteriefonds noch 2,5 Millionen Franken bei. Auch dann fehlt dem Verein noch immer rund die Hälfte des Betrags. Beschafft sein sollen hätte das Geld bis Ende Januar. Doch wurde die Frist verlängert. „Wir haben ein sehr grosses Interesse, dass das Haus der Religionen kommt“, sagt Gesamtprojektleiter von Halter Entwicklungen Andreas Campi gegenüber der „Berner Zeitung“. Könne die Stiftung das Geld nicht auftreiben, müsse man im Rahmen des bevorstehenden Bauentscheids grundsätzlich über die Bücher, wird er weiter zitiert. Scheitern wird die Europaplatz an einem Aus des Projektes des „Hauses der Relgionen“ kaum. Man glaube an den Standort und an den Nutzugnsmix. Zumal man in Verhandlungen wichtiger Mieter wie einem Grossverteiler, eines Hotels und eines Boarding-House’ steht.
 
Ganz uneigennützig ist die Fristverlängerung für den Verein „Haus der Religionen“ aber nicht. Die Stadt will laut „Berner Zeitung“ nämlich auf die Mehrwertschöpfung verzichten und reduziert so den Baurechtszins um rund einen Drittel – sofern das Kultusztentrum in der Überbauung zustande kommt. Zusätzlich solle die Stadt dereinst die Hälfte der Betriebskosten des Zentrum tragen, was 200'000 Franken ausmache, heisst es weiter.
 
Mit einem Baubeginn des Europaplatz-Projektes rechnet man noch dieses Frühjahr. Im Herbst 2013 soll das Gebäude bezogen werden können. (mai)