„Geschütztes“ Wachstum für die ETH Hönggerberg?

„Geschütztes“ Wachstum für die ETH Hönggerberg?

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Teaserbild-Quelle: ETH Zürich / Alessandro Della Bella

„Der ETH droht ein Ausbaustopp“ titelte vergangene Woche die Neue Zürcher Zeitung, weil der Campus Hönggerberg in Zürich seit einiger Zeit im Inventar der schützenswerten Ortsbilder aufgeführt ist. Doch nun hat der Bundesrat die Sache relativiert.

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ETH Zürich / Alessandro Della Bella
Geschütztes Ortsbild: der Campus der ETH auf dem Hönggerberg in Zürich.

Der Campus der ETH Hönggerberg soll ausgebaut und damit auch intensiv verdichtet werden. So zumindest sieht es der Masterplan 2040 für das Gelände vor. Derweil hat das Bundesamt für Kultur das Areal in das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgenommen. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ kürzlich berichtete, hat die ETH erst vergangenen Januar von ihrer Aufnahme ins ISOS erfahren. Der gesamte Campus sei dem „Erhaltungsziel C“ zugeordnet, berichtet die NZZ.  Damit muss der Charakter erhalten bleiben und ein Gleichgewicht zwischen Alt und Neu bewahrt werden. Dass sich hier Interessen – dass die ETH als Bildungsinstitution von Weltrang sein kann und ihre architektonisch wertvollen Bauten bestehen bleiben – zuwiderlaufen, scheint offensichtlich.

Doch nun hat der Bundesrat die möglichen Auswirkungen auf die ETH Hönggerberg relativiert. In der Antwort auf eine Anfrage von Zürcher Nationalrätin Regine Sauter (FDP) erklärte  er, dass die ETH-Bauten nicht „unter Heimatschutz“ gestellt würden. Das Isos sei ein Fachinventar, das die Weiterentwicklung der ETH nicht verunmögliche, zitiert die NZZ in ihrer heutigen Ausgabe. Einen Haken gibt es dennoch. Weil auch die Bewahrung des kulturellen Erbes ein öffentliches Interesse darstellt, bedarf ein Eingriff in die Bausubstanz einer Interessensabwägung. – Einfacher macht dies den Ausbau der ETH Hönggerberg somit nicht. (mai)