Genügend Kies und mehr Platz für Aushub in Bern

Genügend Kies und mehr Platz für Aushub in Bern

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In den kommenden 35 Jahren sollen im Grossraum Bern genügend Kies abgebaut und Aushub deponiert werden können. Dies ist das Ziel des von der Regionalkonferenz Bern-Mittelland fertig erarbeiteten regionalen Richtplans Abbau, Deponie, Transporte (ADT).

Daneben soll der Plan dafür sorgen, dass unnötige Kies- und Aushubtransporte vermieden werden können – geschehen soll dies mit Hilfe eines ausreichend grossen Angebots von Kiesgruben und Deponien. Des Weiteren regelt der Plan auch die Entsorgung von Inertstoffen. Den Richtplan wird die Regionalkonferenz Bern-Mittelland nun beim Kanton zur Vorprüfung einreichen, der diesen - sofern alles wunschgemäss verläuft - am 8. Dezember verabschiedet.

Wie die Regionalkonferenz mitteilt, sind während der öffentlichen Mitwirkung gegen hundert Stellungnahmen eingegangen - vor allem von den vom Plan betroffenen Gemeinden und von den in der Branche tätigen Firmen. In dieser einjährigen Mitwirkung bestritt laut Communiqué kaum jemand den Nutzen des Richtplans. Kritische Rückmeldungen gab es hauptsächlich im Zusammenhang mit einzelnen Kiesabbau- und Deponiestandorten. Darum hat die Regionalkonferenz mit Gemeinden, kantonalen Fachstellen, Unternehmen und Interessenvertretern Bereinigungsgespräche geführt. Das Resultat: Neben fünf bestehenden Kiesgruben und Deponien sieht der Plan elf Erweiterungen von bestehenden Kiesgruben und Aushubdeponien vor. Hinzu kommen noch vierzehn neue Standorte. Dies ist etwas mehr als die Regionalkonferenz vor einem Jahr ankündigte, als sie den Plan in die Mitwirkung gab.

Neu als potenziellen Abbau- und Aushubstandort in den ADT-Plan aufgenommen hat die Regionalkonferenz das Gebiet Längeried im Forst bei Bern und Bütschel in der Gemeinde Oberbalm. Zudem hat sie dem Standort Chessiboden Süd/Dachseweid auf dem Gebiet der Gemeinden Köniz und Neuenegg eine höhere Bedeutung zugeordnet als bisher. Dies gilt auch für das Gridenbühl in der Gemeinde Linden. Zurückgestuft von einem festgesetzten Standort zu einem Reservestandort wurde das Gebiet Louelen in der Gemeinde Köniz. Dasselbe gilt für den Bergacher in Mühleberg.

Entsorgungsengpass in Thun

Mit dem Anpassungen wird Gewähr geboten, dass auf Gebiet der Regionalkonferenz Bern-Mittelland nun 900'000 statt 800'000 Kubikmeter unverschmutzter Aushub pro Jahr deponiert werden können. Mit dem Aushub werden Kiesgruben wieder aufgefüllt. Damit hat die Regionalkonferenz Bern-Mittelland einem Antrag der Nachbarregion „Entwicklungsraums Thun“ (ERT) entsprochen, da in diesem Gebiet ein Aushub-Entsorgungsengpass besteht.

Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland ist gemäss Fachbereichsleiter Raumplanung, Jos Aeschbacher, die erste Region in Bern, die dem Kanton einen regionalen ADT-Richtplan gemäss einer neuen kantonalen Vorgabe von 2012 vorlegt.  Wie er auf Anfrage der SDA erklärte, haben der ERT und die Regionalkonferenz Emmental ihre Pläne in die Mitwirkung gegeben. (mai/sda)