Genossenschaft für Wasserwirbelkraftwerke ist Konkurs

Genossenschaft für Wasserwirbelkraftwerke ist Konkurs

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Die Genossenschaft Wasserwirbel Konzepte Schweiz mit Sitz in Aarau hat den Konkurs angemeldet. Die Genossenschaft betreibt das erste und einzige Wasserwirbelkraftwerk der Schweiz hatte ehrgeizige Pläne für weitere Anlagen gehegt.

Die vorläufige Konkursanzeige erschien Anfang Juni im "Amtsblatt des Kanton Aargau". Die Bilanz der Genossenschaft sehe so aus, dass eine Überschuldung vorliege, erklärte Vorstandsmitglied Damian Städeli heute gegenüber Regionaljournal Aargau/Solothurn von Radio SRF. Es sei unwahrscheinlich, dass die geplanten Projekte in nächster Zeit realisiert werden könnten. Angaben dazu machen, wie viel Geld die Genossenschafter verlieren werden, konnte Städeli keine machen.

Die Genossenschaft wälzte über ein Dutzend weitere Projekte für Wasserwirbelkraftwerke in den Kantonen Luzern, Zürich, Thurgau, Freiburg und Baselland. Im Kanton Bern war 2015 die von Energie Service Biel (ESB) geplante Anlage gescheitert. Der Kanton Bern hatte das Konzessionsgesuch abgelehnt.

Dabei hatte alles viel versprechend begonnen: Das erste Wasserwirbelkraftwerk der Schweiz war im September 2010 in Schöftland im aargauischen Suhrental mit viel Vorschusslorbeeren eingeweiht worden. Zudem hatte das Bundesamt für Energie (BFE) die Kleinanlage 2011 in der Kategorie erneuerbare Energien mit dem Preis Watt d'Or ausgezeichnet. Bei der kleinen Anlage wird das Flusswasser durch einen Kanal in ein rundes Becken mit einem Durchmesser von 6,5 Metern geführt. Von dort fliesst das Wasser durch eine Abflussöffnung unterirdisch ab. Die Fallhöhe beträgt 1,5 Metern. Damit entsteht ein Gravitationswirbel - wie beim Wasserabfluss in der Badewanne. In der Mitte des runden Beckens des Kraftwerkes hängt der 1,7 Tonnen schwere Rotor mit vier Schaufeln. Er dreht sich 20 Mal pro Minute und treibt einen Generator an. Je nach Wassermenge produziert die Anlage in Schöftland 10 bis 15 Kilowattstunden (kWh) elektrische Leistung. Dies entspricht einer Jahresproduktion von 80'000 bis 130'000 kWh. Das Patent für das Wasserwirbelkraftwerk gehört dem österreichischen Diplomingenieur Franz Zotlöterer. (sda/mai)