Gefahr einer Immobilienblase steigt

Gefahr einer Immobilienblase steigt

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Teaserbild-Quelle: UBS Switzerland AG

Der Immobilienblasenindex der UBS ist im zweiten Quartal 2015 deutlich angestiegen – so stark wie 2012 nicht mehr. Angesichts der schwachen Konjunktur haben ausserdem Eigenheimpreise und Hypotheken unverhältnismässig zugenommen.

Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index stand im zweiten Quartal bei 1,37 Punkten. Gegenüber dem Vorquartal ist er damit innerhalb der Risikozone um 0,1 Punkte gestiegen; das ist laut einer Mitteilung der UBS der stärkste Indexanstieg seit dem vierten Quartal 2012.

Die Hypothekarvolumen von privaten Haushalten haben rund 3,5 Prozent zum Vorjahr zugelegt, während sich die Eigenheimpreise nominal um knapp zwei Prozent verteuerten. Die UBS schreibt: „Solche Wachstumsraten scheinen im historischen Vergleich zwar eher moderat, sind jedoch angesichts der schrumpfenden Wirtschaftsleistung und der deutlich fallenden Konsumentenpreise vergleichsweise hoch.“

Das Kauf-zu-Mietpreisverhältnis hat leicht zugenommen. Denn im Gegensatz zu den Preisen für Eigentumswohnungen sei die Mietpreisentwicklung weiter abgeflacht. Auffallend waren hierbei laut UBS die Mieten bei Neubauten, die im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent fielen. „Tiefere Mieten trüben zwar die Renditen von Immobilieninvestitionen, doch im Umfeld von Negativzinsen und Anlagenotstand bleibt auch der Eigenheimmarkt im Sog eines überhitzten Markts für Renditeliegenschaften“, heisst es.

Die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden ist weiterhin sehr hoch – vor allem angesichts der momentan günstigen Hypothekarzinsen. Andererseits habe die Investitionsnachfrage nach Immobilien auch auf dem Eigenheimmarkt ein hohes Gewicht erhalten. Es sei jedoch zu erwarten, dass die Preiswachstumsraten im zweiten Halbjahr 2015 im Einklang mit der konjunkturellen Lage ihren Abwärtstrend wieder aufnähmen.

Luzern neu Gefahrenregion

Der Anstieg des Immobilienblasenindex‘ führt zu Veränderungen auf der Gefahrenkarte. So zählt laut UBS die Region Luzern aufgrund der Verschärfung der Ungleichgewichte neu zu den Gefahrenregionen (Regionen mit hohem Korrekturpotenzial). Luzern verzeichnet neben der Region Innerschwyz aktuell die stärksten Preiswachstumsraten aller Gefahrenregionen. Appenzell Innerrhoden, wo die Preise in den letzten zehn Jahren um fast 70 Prozent angestiegen sind, gehört neu zu den Monitoringregionen (Regionen mit erhöhtem Korrekturpotenzial). (pd/mt)

Quelle: 
UBS Switzerland AG
Die Gefahrenkarte im zweiten Quartal 2015