Gefährliche Bauzonen im Wasserkanton

Gefährliche Bauzonen im Wasserkanton

Gefäss: 
Ein knapper Fünftel der Bauzonen sind im Aargau potenziell hochwassergefährdet. Bei rund der Hälfte der Fläche muss der Hochwasserschutz verbessert werden. Der Kanton Aargau hat die vom Bund geforderte „Gefahrenkarte Hochwasser“ vorgelegt.
 
Während die Bevölkerung im Kanton Aargau wächst und immer mehr Raum besiedelt, häufen sich heftige Hochwasserereignisse. Laut der aktuellen Gefahrenkarte sind 3'400 Hektaren oder 17 Prozent der Bauzonen im Kanton Aargau potenziell gefährdet. Davon besteht bei 1'500 Hektaren Handlungsbedarf.
 
Drei Viertel der Überflutungen weisen Fliesstiefen von weniger als 25 Zentimeter auf stammen meist von kleinen bis mittleren Flüssen und Bächen. Wie das Bau-, Verkehrs- und Umweltdepartement in seiner Medienmitteilung schreibt, lassen sich Neubauten in diesen Gebieten mit einfachen Objektschutzmassnahmen gegen Hochwasser sichern. - Überflutungen mit grossen Fliesstiefen verursachen die Flüsse Aare, Rhein, Reuss und Limmat.

Raumplanung und Schutzbauten

Der Kanton wolle die Defizite beim Hochwasserschutz mittel- und langristig reduzieren, so Regierungsrat Peter C. Beyeler. Dies soll nicht nur mit raumplanerischen Massnahmen geschehen, indem Gefahrenflächen nicht als Bauland eingezont werden. sondern auch mit Schutz- und Abwehrbauten wie Rückhaltebecken oder breitere Flussläufe. Der Kanton rechnet insgesamt mit Kosten von 172 Millionen Franken. Verschieden Massnahmen hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) bereits umgesetzt, beispielsweise an der Wigger in Brittnau oder am Erusbach in Villmergen. Weitere Projekte sind in Planung, etwa im Surbtal, im Möhlinbachtal und im Suhrental.
 
Die neue Gefahrenkarte ist für Kanton, Gemeinden und Grundeigentümer verbindlich. Die Aargauer Gebäudeversicherung (AGV) bieten bei Neu- und Umbauten kostenlsoe Beratungsdienstleistungen an. Diese beziehen sich nicht nur auf die Hochwassergefahr, sondern auch auf vorbeugende Massnahmen gegen Sturm und Hagel. Bei bestehenden Gebäuden kann die AGV je nach bisheriger Schadenbelastung bis zu vierzig Prozent der Investitionskosten für Objektschutzmassnahmen übernehmen. (mai/mgt)
 
Mehr zum Thema Raumplanung im Aargau sowie ein Film zum Thema Hochwassergefahren gibt es auf www.zeitraumaargau.ch