Geborgen in fremder Erde

Geborgen in fremder Erde

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: AKAA / Adolf Bereuter
Alle drei Jahre werden mit dem Aga-Khan-Architektur-Award besondere Architektur- und Restaurationsprojekte in muslimischen Regionen ausgezeichnet. Meist geht der Preis in islamische Länder. Heuer wurde neben vier anderen Projekten auch ein Friedhof im Vorarlberg prämiert.
 
 
Eingebettet in der gebirgigen Landschaft um Altach im Vorarlberg schimmert er in sanftem Rot: der muslimische Friedhof aus der Feder der Bernardo Bader Architekten aus Dornbirn. Vollendet wurde die von Gartenanlagen inspirierte letzte Ruhestätte im Jahr 2011. Der schlichte Bau vereinigt lokale und arabische Elemente. Das gilt etwa für die kunstvollen Holzgitter, welche die Eingangsfassade prägen. Dieser Tage wurde der Friedhof  neben anderen Bauten mit dem Aga-Kahn-Architektur-Preis geehrt. Mit seiner Auszeichnung will Aga Kahn – der ­religiöse Führer von rund 20 Millionen ismailitischen ­Naziriten und einer der weltweit reichsten Männer – besondere Bau- und Restaurationsprojekte würdigen. Dabei geht es nicht nur um besondere Architekturleistungen, sondern auch ­darum, dass die Bauten zur Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität beitragen. Beim Altacher Friedhof lobte die Jury «die Realisierung des Wunsches einer Zuwanderergemeinschaft nach Schaffung eines Ortes, die ihre spirituellen Ansprüche erfüllt und der gleichzeitig auch den Gepflogenheiten des angenommenen Landes entspricht.» (mai)
 
Ebenfalls mit einem Preis ausgezeichnet wurden:
  • Salam Zentrum für Herzchirurgie in Khartum im Sudan, Studio Tamassaociati, Venedig
  • Sanierung des Basars von Täbris im Iran, ICHTO East AzerbajianOffice, Täbris
  • Revitalisierung des historischen Zentrums von Birzeit, Westjordanland, Riwaq Centre for Architectural Conservation, Ramallah
  • Hassan II-Brücke und Ergänzungsbauten zwischen Rabat und Salé in Marokko, Marc Mirmam Architecture, Paris