Gebirgskantone wollen Ferienwohnungsmarkt ankurbeln

Gebirgskantone wollen Ferienwohnungsmarkt ankurbeln

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Teaserbild-Quelle: Im Bild: Bettmeralp
Mit einem Bündel von Massnahmen wollen die Gebirgskantone den Markt für bewirtschaftete Ferienwohnungen, so genannte "warme Betten", ankurbeln. Eine Studie macht Vorschläge und rät davon ab, die Vorschriften auf Bundesebene zu verschärfen.
 
 
rhurtubia/flickr
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Im Bild: Bettmeralp
Der Fereinwohnungsmarkt soll verbessert werden.
 
Die im März letztes Jahr angenommene Zweitwohnungsinitiative, welche die Ferienwohnungen je Gemeinde auf 20 Prozent beschränkt, zwingt den Tourismusregionen neue Wege auf. Eine von den sieben Gebirgskantonen - Graubünden, Tessin, Wallis, Uri, Obwoaldem Nidwalden und Glarus -  in Auftrag gegebene und am Montag publizierte Studie rät, die Vermietungsbereitschaft für "warme Betten" zu erhöhen, die Nachfrage zu stimulieren und Modelle für Ferienwohnungen zu kreieren. Ein erhebliches Hindernis zur Erhöhung der Anzahl an mietbaren Wohnungen sei die fehlende Vermietungsbereitschaft der Besitzer, heisst es in der Studie.  Überzeugungsarbeit sei in dieser Hinsicht zu leisten sowie die Einführung einer Zweitwohnungsabgabe in Erwägung zu ziehen. Eine solche Abgabe beschlossen hat die Engadiner Gemeinde Silvaplana.
 
Zur Belebung der Nachfrage nach Ferienwohnungen hält die Studie die Destinationsentwicklung für zentral. Destinationen bedingten eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Ortschaften. Wichtig in Ergänzung dazu sei die Attraktivitätssteigerung ausserhalb der Hochsaison-Zeiten, etwa durch spezielle Angebote oder Veranstaltungen. Keine Limiten setzt die Zweitwohnungsinitiative beim Bau von bewirtschafteten Ferienwohnungen, also "warmen Betten". Auf diesem Markt sieht die Studie Potenzial. Es seien aber Modelle zu entwickeln, die in den Schweizer Tourismusregionen noch wenig verbreitet seien. Time-Sharing-Ressorts oder dezentrale Hotels gehörten dazu.
 
Die Gebirgskantone kommen aufgrund der Studie der Firma Ecoplan zum Schluss, "dass der Weg zur Neuausrichtung der Tourismuspolitik anspruchsvoll und langwierig wird". Patentrezepte gebe es keine. Jede Region müsse ihre Instrumente finden und entwickeln. Die Gebirgskantone wollen eigenen Angaben zufolge Anstösse geben, damit betroffene Orte Strategien mit Massnahmenplänen entwerfen und umsetzen.  Inwieweit gerade kleineren Tourismusorten finanziell und personell Hilfe geboten werden könne, sei zu prüfen. Die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative kann nach Auffassung der Gebirgskantone nur gelingen, wenn deren Auswirkungen volkswirtschaftlich einigermassen absorbiert werden können. Bereits die Umsetzung aufgrund der erlassenen bundesrätlichen Verordnung "wird lokale volkswirtschaftliche Schocks auslösen", schreiben die Gebirgskantone. Von einer Verschärfung der Vorschriften in der Ausführungsgesetzgebung sei deshalb dringend abzusehen. (sda/mai)