Geberit-Stammhaus wird zur Bibliothek

Geberit-Stammhaus wird zur Bibliothek

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Teaserbild-Quelle: PD

Im denkmalgeschützten Stammhaus der Geberit in Rapperswil befindet sich seit kurzem die gemeinsame Bibliothek von Rapperswil und Jona. Der Umbau stammt aus der Feder des Büros Raumfindung aus Rapperswil.

Die Geschichte der dieser Tage eröffneten neuen Bibliothek von Rapperswil und Jona begann eigentlich vor rund 120 Jahren. Damals gelang Albert Emil Gebert die Serienproduktion von mit Blei ausgeschlagenen Holzspülkästen. Die Produkte von Gebert und Söhne waren so erfolgreich, dass nach und nach in der ganzen Stadt verschiedene Werkstätten eingerichtet wurden. Schliesslich erwarb Gebert 1915 an der Falkenstrasse ein Grundstück und fasste dort die einzelnen Werkstätten in einem einzigen, grossen Fabrikationsgebäude zusammen. Als schliesslich 1952 die ersten Kunststoffspülkästen produziert wurden, begann der Platz an der Falkenstrasse aus allen Nähten zu platzen. Ein neues Gebäude musste her. Schliesslich zügelte der Betrieb 1962 ein weiteres Mal in ein neues Produktionsgebäude, während die alte Fabrik oder vielmehr das eigentliche Stammhaus der Geberit still gelegt wurde.

2007 entschied der Rapperswiler Stadtrat die Bibliotheken von Jona und Rapperswil in einem, zentral gelegenen Gebäude zusammenzufassen. Fündig wurden er schliesslich in der alten Fabrik, die bis dahin als Kulturzentrum gedient hatte. Vier Jahre später wurde ein Architekturwettbewerb für den Umbau ausgeschrieben, den das gewannen Rapperswiler Raumfindung für sich entscheiden konnte.

Beat Loosli und sein Team sei es gelungen, „alt und neu gekonnt miteinander zu verbinden“, heisst es in der Medienmitteilung der Gebert Stiftung. Die Architekten arbeiteten eng mit der Denkmalpflege zusammen. Sie verpassten der ehemaligen Fabrik einen komplett neuen Eingangsbereich mit einer zentralen Halle im Mitteltrakt. Zudem stockten sie das Gebäude auf. Damit der zweigeschossige Eindruck von der Strasse her erhalten bleibt, setzten sie die dritte Etage etwas von der Hauptfassade zurück. Allerdings macht die Bibliothek nur einen Teil des Gebäudes aus, daneben sind hier auch noch ein Theater, ein Ausstellungsraum und Ateliers untergebracht. (mai)