Geberit bleibt auf dem Wachstumspfad

Geberit bleibt auf dem Wachstumspfad

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Geberit schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Nachdem im Vorjahr noch die Übernahme von Sanitec und der Frankenschock auf das Ergebnis gedrückt hatten, konnte der Sanitärtechnikkonzern 2016 bei der Profitabilität bereits wieder an die Vorjahre anknüpfen.

Als Geberit Ende 2014 die Übernahme des finnischen Sanitärkeramikherstellers Sanitec bekannt gab, fürchteten Analysten vor allem eines: Die zuvor sehr hohe Rentabilität des Schweizer Vorzeigeunternehmens könnte leiden. Tatsächlich erreichte Sanitec 2013 mit 11 Prozent nicht einmal die Hälfte der Betriebsgewinnmarge von Geberit.

Mit dem Ergebnis für das letzte Geschäftsjahr kann Geberit jetzt jedoch einen Grossteil dieser Befürchtungen zerstreuen. Der Sanitärtechnikkonzern erreichte mit 548,2 Millionen Franken den höchsten Gewinn der letzten zehn Jahre. Die um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinnmarge (EBIT-Marge) nahm von 22,8 auf 24,4 Prozent zu. Damit hat der Produzent von Sanitärsystemen und Bauteilen bereits im Jahr 2 nach der Grossübernahme wieder fast das Rentabilitätsniveau der Vorjahre erreicht. Zwischen 2007 und 2014 schwankte die Marge zwischen 27,3 und 23,8 Prozent.

Synergieeffekte und tiefe Materialkosten

Erreicht hat Geberit dies einerseits durch Synergieeffekte, wie Geberit-Chef Christian Buhl an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich erklärte. Die in Aussicht gestellten Einsparungen durch die Fusion im Umfang von 45 Millionen Euro seien bereits zum Grossteil realisiert, sagte er.

Aber auch tiefere Rohmaterialkosten haben die Marge erhöht. Trotz Ausweitung der Verkäufe um 8,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Franken hat sich der Materialaufwand im Vorjahresvergleich um 1,2 Prozent reduziert.

Ob Geberit diese Marge auch künftig halten oder sogar steigern kann, muss sich aber erst noch zeigen. Denn Buhl kündigte an, dass Geberit im laufenden Jahr auch Gegenwind erwartet. So sollte sich zwar insbesondere in Europa die Baukonjunktur weiterhin positiv entwickeln. Gleichzeitig jedoch haben bereits zum Jahresende 2016 die Rohmaterialpreise wieder kräftig angezogen. Zudem werden vor allem in Deutschland tarifbedingt die Personalkosten steigen, sagte Buhl.

Um diese absehbare Margenerosion zu bremsen, hat Geberit bereits Massnahmen eingeleitet. So geht im deutschen Pfullendorf noch im März das erweiterte Logistikzentrum in Betrieb, das die Betriebskosten senken soll. Geberit plant zudem in Frankreich zwei nicht profitable Keramikwerke zu schliessen. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen seien im Gang, sagte Buhl. Schliesslich hofft Geberit auch mit einer Reihe neuer Produkte zu punkten.

Die Übernahme von Sanitec zeigte 2016 für Geberit noch andere Folgen. So ist der Konzern wieder europäischer geworden. Der in Europa erzielte Umsatzanteil ist von 90,3 Prozent im Jahr 2014 auf 91,5 Prozent 2016 angestiegen, wobei eine deutliche Zunahme der aussereuropäischen Umsatzanteils nicht absehbar ist.

Negativer Trump-Effekt erwartet

Denn Buhl beurteilte die Geschäftschancen von Geberit in den aussereuropäischen Märkten als durchzogen. So bleibe zwar Indien positiv. In China dagegen sei nur mit einer Stabilisierung des Wohnungsbaus zu rechnen. In Nordamerika geht Geberit nur von einem moderaten Wachstum aus.

Vom neuen US-Präsidenten Donald Trump und seinem Infrastrukturprogramm erwartet Buhl keine Unterstützung. Im Gegenteil: Weil die Republikaner das Krankenversicherungsprogramm von Barack Obama rückgängig machen wollten, hätten Spitäler und Arztzentren Neu- und Umbauprojekte gestoppt, sagte Buhl. (sda)