Gebäudeprogramm: Kantone sind grosszügiger

Gebäudeprogramm: Kantone sind grosszügiger

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Weil die Kantone im Zug der Neuorganisation des nationalen Gebäudeprogramms mehr Spielraum erhalten, können sie die Förderbeiträge erhöhen. Die Zentralschweizer Kantone etwa verdoppeln sie.

Ab diesem Jahr haben die Kantone deutlich mehr Kompetenzen erhalten, um energetische Gebäudesanierungen zu subventionieren. Denn das nationale Gebäudeprogramm ist reorganisiert worden (baublatt.ch berichtete). Von diesem neuen Spielraum machen sie Gebrauch und schütten deutlich mehr Fördergelder aus.

Zum Beispiel die sechs Zentralschweizer Kantone: Für 2017 stellen sie gut 23 Millionen Franken für die Sanierung von Gebäudehüllen bereit. Hausbesitzer erhalten pro Quadratmeter Wärmedämmung neu 60 statt 30 Franken, wie es in einer Mitteilung heisst. «Wir schätzen, dass wir mit dem Förderprogramm insgesamt Investitionen von über 100 Millionen Franken auslösen werden», sagt Regierungsrat Robert Küng, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements des Kantons Luzern. So würden nicht nur Hauseigentümer profitieren, sondern auch die Baubranche. Regierungsrat Paul Federer, Vorsteher des Bau- und Raumentwicklungsdepartements des Kantons Obwalden, rechnet vor: «Wenn die 23 Millionen Franken Fördergeld genutzt werden, können wir damit über 800 Gebäude sanieren. Das sind in einem Jahr mehr als drei Gebäude pro Werktag.»

Auch der Kanton Graubünden erhöht seine Beiträge, wie die Staatskanzlei bereits im Dezember mitgeteilt hatte. Werden Gebäude umfassend saniert, bezahlt der Kanton einen Gesamtsanierungsbonus, der sich auf die Förderung für die Wärmedämmung von Fassade und Dach sowie Wand und Boden gegen das Erdreich bezieht. Diese Bauteilflächen würden mit dem doppelten Beitrag als bisher gefördert (60 statt 30 Franken). Ausserdem werden haustechnische Anlagen in bestehenden Bauten – Solaranlagen, Holzfeuerungen, Wärmepumpenanlagen und so weiter – zur Nutzung erneuerbarer Energie gefördert.

Im Kanton Bern setzt man auf insbesondere auf Fernwärmenetze und grosse Holzheizwerke. Wie es in einem Communiqué heisst, will man so grössere Anreize schaffen, um einheimische erneuerbare Energien konkurrenzfähig zu machen und die lokale Waldwirtschaft längerfristig stärken. So wird seit 1. Januar die Installation von grossen Holzheizungen oder Wärmepumpen ab einer Heizleistung von 500 Kilowatt besonders stark gefördert. Nebst einem Grundbeitrag von 40'000 Franken (42'000 für Wärmepumpen) steuere die öffentliche Hand 100 Franken pro Kilowatt Heizleistung bei. Wer in seinem Ein- oder Mehrfamilienhaus eine bestehende Elektro- oder Ölheizung durch erneuerbare Energiequellen setzt, erhält ebenfalls einen leicht höheren Zustupf. Bei einer bestehenden Heizleistung von bis zu 20 Kilowatt gibt es laut Mitteilung für den Ersatz neue einen Beitrag von 4500 Franken. Bisher waren es 4000.

Im Kanton Aargau sind bei Modernisierungen Beiträge an die Wärmedämmung von Fassade, Dach sowie Wand und Boden gegen Erdreich möglich. Sie werden erhöht. Massnahmen im Bereich der Gebäudetechnik erhalten hingegen keine Unterstützung mehr.

In der Waadt, in Neuenburg und im Wallis gibt es ebenfalls mehr Geld. Die Förderbeiträge werden von 30 auf 60 bis 70 Franken erhöht, wie die Nachrichtenagentur sda schreibt. (mt/pd)