Gartenidylle beim Flughafen

Gartenidylle beim Flughafen

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Engawa bezeichnet eines der charakteristischen Merkmale traditioneller japanischer Häuser. Dabei handelt es sich um eine lang­gezogene, schmale Veranda, die im Sommer als zusätzlicher Wohnraum genutzt wird. Sie inspirierte die Architekten des australischen ­Büros Index Architecture zu einem ­Vorschlag für eine Siedlung in der Nähe des ­Tokioter Flughafens: acht Häuser mit einem Garten in der Mitte. Erhobene Beete und Veranden sollen die Bewohner dazu animieren zu gärtnern, im Teich ­Fische zu halten oder miteinander zu feiern.
 
«Zeitgenössische Architektur hat vor allem in urbanen Gebieten viele ­Aspekte traditioneller Bauweisen ­verloren», erklären die Architekten. Das moderne Haus sei zur Wohnmaschine geworden, es gehe nur noch um die Funktion. Die Folge dieser Entwicklung sei der Verlust des ­Gemeinschaftssinns, sowohl was die Organisation von Siedlungen betreffe ­als auch den ­Umgang der Bewohner miteinander. Mit ihrem Projekt wollen sie dem etwas entgegensetzen. Denn die Häuser werden nicht nur draussen durch den Garten verbunden, sondern auch ­drinnen. Dort setzt sich das Veranda-Konzept fort, indem die Wohnungen gewissermassen ­ineinander verzahnt sind. (mai)