Garten-Festival in Québec: Ein Würfel steht im Walde

Garten-Festival in Québec: Ein Würfel steht im Walde

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Eine Art winziger schwebender Garten befindet sich im Innern des Kubus. (Christian Poules) 1/5

Ein Würfel aus Geröllkörben soll im Wald zum Meditieren einladen. Der Schweizer Beitrag für das International Garden Festival in den Redford Gardens in Québec wirkt wie ein kleiner archaischer Tempel.

Am Südufer des Sankt-Lorenz-Stroms auf der Halbinsel Gaspé in Québec liegen die Redford Gardens (siehe Box).  Hier und auf dem angrenzenden Land findet jedes Jahr ein internationales Gartenfestival statt,  für welches Designer und Architekten Installationen realisieren. Sie reichen von verspielten begehbaren Skulpturen bis hin zu Baumhäusern.  Heuer ist mit „Le Caveau“  auch eine „ Höhle“ dabei. Sie stammt von Christian Poules aus Basel und besteht aus einem würfelförmigen Pavillon, der aus Geröllkörben gebaut wird. Zu stehen kommen soll er mitten im Wald. Im Innern des archaisch anmutenden Gebildes befindet sich eine bepflanzte Platte, die so aufgehängt wird, dass sie schräg steht. Sie symbolisiere einen Anfang, die Saat und das Erdreich, heisst es in der Medienmitteilung des Festivals.  „Es ist ein Hort der Meditation und der eine Leinwand für die Natur.“

Neben Poules beinahe sakral anmutenden kleinen Bau überzeugten noch vier weitere Projekte die Jury des Wettbewerbs für das Festival.  „Carbon“ nennt sich der Vorschlag des Büros Coache Lacaille Paysagistes  aus Nantes: Ein zersägter und unterschiedlich bearbeiteter Baumstamm illustriert die vielfältigen Verwendung von Holz. Gleichzeitig laden Möbel zum Verweilen ein. Der Amerikaner Craig Chapple hat  mit „Cyclops“ ein an rundes Holzgebilde entworfen, durch das man in die Baumkronen blicken kann. Und die leuchtend gelben, zeltartigen Elemente von „TiiLT“ des kanadischen Büros SRCW dürften kleine und grosse Kinder zum Erkunden und Spielen einladen. Mit „La Maison de Jacques“ betitelten Romy Brosseau, Rosemarie Faille-Faubert, Émilie Gagné-Loranger aus Québec ihre Idee: einen an ein Labyrinth erinnernden Laubengarten, an dessen Gerüst Bohnen hinauf wuchern. (mai)

Redford Gardens

Angelegt hatte die Redford Gardens – auf französische werden sie Jardins de Métis  genannt  – übrigens  Elsie Redford. Sie war die Nichte von George Stephen, dem Eigentümer der Canadian Pacific Railway, der sich auf dem Grund des heutigen Parks Ende des 19. Jahrhunderts mit der Villa Estevan einen Sommersitz erbaut hatte. Redford erbte diesen und wandelte ihn nach und nach zu einem englischen Landschaftsgarten um. Heute steht die acht Hektaren umfassende Anlage unter Denkmalschutz.

Seit dem Jahr 2000 findet hier alljährlich das International Garden Festival statt. Dieses Jahr startet es am 23. Juni und dauert bis 2. Oktober. (mai)

Weitere Informationen: www.redfordgardens.com