Fussballtempel wird teurer als geplant

Fussballtempel wird teurer als geplant

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Teaserbild-Quelle: stadion-zuerich.ch
Über Jahre sorgte das geplante „Stadion Zürich“ für heisse Köpfe. Zahlreiche Rekurse hatten das Projekt lahm gelegt. In der Folge beschlossen die Credit Suisse und die Stadt Zürich eine Projektalternative zu erarbeiten. In diesen Tagen soll sie nun dem Stadtrat vorgelegt werden. Anstatt der ursprünglich prognostizierten 100 Millionen dürfte das Projekt nun 170 Millionen kosten.
 
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Auf die Mantelnutzung des Stadions wird verzichtet; Wohnbereiche und Dienstleistungen werden "ausgelagert".
 
„Das acht Jahre alte Projekt ‚Stadion Zürich’ wird neu ausgerichtet.“ Dies schrieben die Stadt Zürich und die Credit Suisse (CS) in einer Medienmitteilung vergangenen Juni. Für die Neuausrichtung standen gewisse Vorgaben bereits fest: Das 20’000-plätzige Fussballstadion wird als reines Stadion gebaut, das heisst ohne die ursprünglich vorgesehene Mantelnutzung. Diese oder vielmehr die Dienstleistungsbereiche sowie Büro- und Wohnräume werden auf ein separates Areal verschoben. Das ursprünglich vorgesehene Einkauszentrum wurde ganz gestrichen. „Mit der Verkleinerung des Stadions und dem Verzicht auf die Mantelnutzung dürfte voraussichtlich ein Grossteil der bisherigen Rekursgründe (Schattenwurf, Grundwassserbauten usw.) entfallen, was die Realisierungschancen des geänderten Projektes deutlich verbessert“, heisst es dazu auf stadion-zuerich.ch, der Website des Projekts. - Damit das „neue“ Projekt entsprechend umgesetzt werden kann, braucht es allerdings einen Landabtausch der Grundstücke zwischen der CS und der Stadt.
 
Während der letzten Monate arbeitete eine Task-Force die Grundlagen des revidierten Projekts aus. Die Resultate will man noch vor Weihnachten dem Zürcher Stadtrat vorlegen, im Februar soll der Gemeindrat dann über den Projektierungskredit entscheiden. Wie die „NZZ am Sonntag“ berichtet, sprach man im Sommer noch von hundert Millionen Baukosten. Jetzt zeichne sich ab, dass die Arena über 170 Millionen Franken kosten könnte. Urs Spinner vom Hochbaudepartment wollte dazu gegenüber der „NZZ am Sonntag“ keine Stellung nehmen. Er meinte aber, dass es sich bei den hundert Millionen um „keine seriöse Zahl“ handle.
 
Während ihrer Abklärungen suchte die Task-Force auch mit den Anwohnern das Gespräch, wie die „NZZ am Sonntag“ weiss. Ein Teil von ihnen habe über Jahre mit Rekursen den Bau blockiert. Im Fall des neuen Projekts richte sich die Skepsis der Anwohner weniger gegen das Stadion als gegen die Türme, welche die CS errichten wolle. Laut dem Artikel fürchtet Monika Spring von der Interessen-Gemeinschaft Hardturmquartier unter anderem, dass auf dem Areal keine bezahlbaren Familienwohnungen entstehen. Sie könnte recht haben.  „Uns fehlt einfach der Glaube, dass sich junge Familien hier gezogen fühlen könnten“, wird dazu CS-Sprecherin Karin Schwerzmann zitiert. (mai)