Fusion von Holcim und Lafarge auf Kurs

Fusion von Holcim und Lafarge auf Kurs

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Laut Holcim-Chef Bernard Fontana ist die geplante Fusion des Schweizer Zementkonzerns mit der französischen Lafarge auf Kurs. Für die zum Verkauf stehenden Teile der beiden Firmen seien über 100 Interessensbekundungen eingegangen.

Einige interessierten sich gleich für alle Sparten, die im Rahmen des Zusammenschlusses der beiden Weltmarktführer aus Wettbewerbsgründen veräussert werden sollen, sagte Fontana gestern bei einem Mediengespräch in Zürich. "Das, was wir zum Verkauf stellen entspricht weltweit der Nummer zehn in unserem Markt. Es würde Jahre dauern, um solch ein Unternehmen von Grund auf aufbauen zu wollen", erklärte Fontana. Ein En-bloc-Verkauf sei eine Option, ebenso wie Abspaltungen mit anschliessendem Börsengang.

Anfang Monat hatten Holcim und Lafarge von sich aus eine Liste der Verkaufsobjekte veröffentlicht. Dies damit es Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende  nicht aus der Presse oder gerüchteweise erfahren, wie Fontana erklärte. Unter den Interessenten befänden sich sowohl Privat-Equity-Häuser als auch Unternehmen aus der Zementindustrie. - Im August soll eine Auslegeordnung gemacht werden, damit konkrete Verkaufsverhandlungen eingeleitet werden können. Ein grosser Teil der zum Verkauf stehenden Konzernteile betrifft Überlappungen zwischen Holcim und Lafarge in Europa.

Fontana rechnet nicht mit Entlassungen

Auch weiterhin rechnet Fontana nicht mit einer Entlassungswelle: Die zum Verkauf stehenden Geschäfte seien keine Restrukturierungsobjekte mit Überkapazitäten. Holcim und Lafarge hätten damit begonnen, in verschiedenen Ländern die Wettbewerbsbehörden offiziell über das geplante Fusionsvorgehen zu informieren, wie der Franzose in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit dem "Wall Street Journal" erläuterte. Bei rund zwei Dritteln der relevanten Wettbewerbsbehörden - darunter USA, Kanada, Mexiko, Indien und Russland - seien die offiziellen Anmeldungen eingereicht worden. Wie Fontana weiter erklärte, befinden sich die Gespräche mit den Behörden in der EU  in einem "fortgeschrittenen Stadium". Der Holcim-Chef rechnet mit der formellen Anmeldung der Fusion im Sommer. Ziel bleibt, den Zusammenschluss vor dem Ende des ersten Semesters 2015 umsetzen zu können. Die fusionierte LafargeHolcim werde über ein deutlich verbessertes Profil verfügen und Nachfrageschwankungen besser ausbalancieren können.

Zum Geschäftsgang äusserte sich Fontana wenige Tage vor der Publikation der Halbjahreszahlen nur zurückhaltend. Die Weltkonjunktur zeige eine gewisse Erholung, aber keinen Boom. In Indien, dem grössten Markt von Holcim, spüre das Unternehmen seit der Wahl im Mai eine leicht positivere Stimmung. Im zweiten Semester dürften sich zudem die negativen Währungseinflüsse abschwächen. (sda/mai)