Frisch gestrichene Mauern, saubere Luft?

Frisch gestrichene Mauern, saubere Luft?

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Teaserbild-Quelle: jojo nicado / flickr
Seit Jahren schlägt die Weltgesundheitsorganisation Alarm wegen der katastrophalen Luftqualität in Manila und Umgebung. Nun soll eine besondere Hightechfarbe die Situation entschärfen: Die Lokalregierung lässt Mauern und Schutzwände entlang von Strassen mit der „gesunden“ Farbe streichen.
 
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Ob Manilas Smog mit Hilfe von Hightechfarbe gelindert werden kann, ist unsicher.
 
Die Farbe reagiert auf Basis von Titanoxid mit Sonnenlicht und Wasserdampf: Sie bindet Stickstoff und reduziert seinen Anteil in der Luft um bis zu 20 Prozent. Seit vergangenem Jahr lässt etwa der Ölries Shell mit der Farbe streichen. Daran, dass  die Hightechfarbe Manilas Luftqualität verbessert, glaubt Luftschadstoffexperte Karsten Smid von Greenpeace Deutschland hingegen nicht. „Das ist ein hoffnungsloses Unterfangen“, sagt Smid. „Das Smog-Problem ist derart katastrophal, dass dadurch keine merkliche Verbesserung zu erwarten ist.“ Erschwerend kommen laut Smid die durchgehend warmen Temperaturen und die hohe Einwohnerzahl- und dichte hinzu. So werden laut offiziellen Angaben 65 Prozent der Luftbelastung vom Verkehr verursacht und 21 Prozent von stationären Quellen wie Fabriken oder Müllhalden. Verbessern lässt sich die Situation laut dem Experten nur, indem der Individualverkehr reduziert und sauberer wird sowie öffentliche Verkehrsmittel gefördert werden. Andernfalls ist mit einer weiteren Verschlimmerung der Situation zu rechnen. So gehen vereinzelte Expertenmeinungen davon aus, dass bei zunehmender Verschlimmerung des Problems die Region unbewohnbar werden könnte.
 
Forscher warnen schon seit Jahren vor den gesundheitlichen Folgen des Smogs. Wie das philippinische Umweltministerium berichtet, waren im Jahre 2008 drei der zehn häufigsten Todesursachen unmittelbar auf den Smog zurückzuführen. Dabei handelte es sich um chronische Erkrankungen der unteren Atemwege, Herzkrankheiten und Pneumonie. (mai/mgt)