Frankenschock macht Wirtschaft noch immer zu schaffen

Frankenschock macht Wirtschaft noch immer zu schaffen

Gefäss: 

Die Folgen des Frankenschocks und eine schleppende internationale Konjunktur machen Teilen der Schweizer Wirtschaft nach wie vor zu schaffen. Dies zeigt die aktuelle Metaanalyse Konjunktur des Beratungsunternehmens Fahrländer und Partner.  Immerhin signalisiert das KOF-Konjunkturbarometer eine Aufhellung – es stieg um +2,0 Punkte auf einen Wert von 102,4. Die Stimmung bei den Konsumenten und Detailhändlern bleibt gedämpft.  Das Seco rechnet für 2016 mit einer Arbeitslosenquote von 3,6%. Die Inflation bleibt im Minusbereich und das BIP-Wachstum wird 2016 über +1% liegen.

In die aktualisierte Metaanalyse Konjunktur von Fahrländer Partner fliessen die Erkenntnisse aller wichtiger Indikatoren und Prognose-Institute der Schweiz (SECO, KOF, CS, UBS, Créa, BAK). Aus den Prognosen der einzelner Institute wird ein mittlerer Prognosewert errechnet, der ein ziemlich verlässliches, breit abgestütztes Prognosebild ergibt.  Über ein Jahr nach dem SNB-Entscheid liegen die so errechneten Mittelwerte für eine BIP-Prognose bei +1,2% für 2016 und bei +1,9%für 2017. Für die Arbeitslosenrate liegen die Erwartungen bei 3,6% für 2016 und 2017.                       

Etwas mehr Optimismus

Das als Folge des SNB-Franken-Entscheides befürchtete Abgleiten in eine Rezession ist der Schweiz insgesamt erspart geblieben. Nachdem das BIP-Wachstum 2015 mit +0,8% noch über der Rezessionsschwelle lag, sind die BIP-Wachstumprognosen für 2016 und 2017 mit +1,2% und +1,9%  im robusten grünen Bereich. Die Talsole scheint damit erreicht oder gar durchschritten worden sein. Das schliesst nicht aus, dass einige (exportorientierte) Branchen schwierige Zeiten durchmachen. Massnahmen wie Auslagerungen von Arbeitsplätzen, vermehrte Berücksichtigung billigerer ausländischer Lieferanten, Zurückstellung von Investitionen usw. werden die Arbeitslosenquote belasten. Entsprechend hoch für Schweizer Verhältnisse liegt der Mittelwert aller Prognosen für die Arbeitslosenquoten 2016 und 2017 bei 3,6%

Import/Export

Seit Jahren verzeichnet dieSchweiz robuste Export-Überschüsse. Dabei dürfte es bleiben, vielleicht aber etwas bescheidener. Die Medianwerte sämtlicher Prognosen für 2016 und 2017 sehen für die Exporte ein Plus von +2,3% bzw. +4,4% und für die Importe ein Plus von +2,6% bzw. +4,7% voraus.

Die von Fahrländer Partner errechneten durchschnittlichen Prognosen für den Privatkonsum liegen bei +1,3% für 2016 und +1,5% für 2017. Auch die Medienwerte für den öffentlichen Konsum liegen bei +1,3% für 2016 und für 2017.

Inflation bleibt im Minusbereich

Die Inflation bleibt nach Meinung aller Prognose-Institute auch 2016 im Minusbereich mit einem Medianwert von –0,4%. Und für 2017 liegen alle Prognosen knapp über der Null-Marke. Der Medianwert von +0,2% Inflation dürfte jedoch weder nach untern noch nach oben in Stein gemeisselt sein.

Preise für Wohneigentum im Seitwärtsgang

Gemäss Transaktionspreisindizes FPRE (Fahrländer Partner Raumeentwicklung) tendieren die Wohneigentumspreise seitwärts. Einfamilienhäuser im mittleren Segment werden im Vergleich zum Vorquartal in der ganzen Schweiz etwas günstiger gehandelt, im Jahresvergleich ergibt sich jedoch immer noch ein Preisanstieg von +2,1%. Gemäss SWX IAZI Preisindex für Immobilien haben sich die Angebotspreise für Wohneigentum im 4. Quartal im Vergleich zum 3. Quartal wieder um +0,3% erhöht. Auf Jahresbasis ergibt sich eine Wachstumsrate von +0,9%.

Für die Preise von Eigentumswohnungen schweizweit ergibt sich ein stabiler Ausblick. Dies gilt für Angebote im unteren und mittleren Segment. Eigentumswohnungen im gehobenen Segment leiden weiterhin unter einer gewissen Zurückhaltung. Gemäss Preiserwartungsindizes HEV FPRE erwarten die meisten Experten weiterhin stabile bis leicht sinkende Wohneigentumspreise.  

Bei den Preisen für Mehrfamilienhäuser zeigt sich gemäss SWX IAZI Preisindex vor allem bei Altbauten und bei Neubauten im mittleren Segment eine steigende Tendenz bei den Erträgen, Anfangsrenditen und Marktwerten. Dies gilt bedingt bei Neubauten im gehobenen Segment. Der Preiserwartungsindex HEV FPRE für Mehrfamilienhäuser ist mit 41,0 Zählern immer noch deutlich positiv. 

Die Wohnungsmieten sinken im 4. Quartal um –1,7%. Am stärksten sind die Rückgänge bei Neubaumieten in den  Grosszentren.

Die Mieten für Büroflächen tendieren weiterhin seitwärts bis abwärts. Während sich bei den Marktmieten gegenüber dem Vorquartal eine leichte Entspannung andeutet, sind die Marktmieten im Jahresvergleich vor allem am Genfersee mit –10,7% und in Zürich mit –5,5% stark unter Druck. Etwas besser im Jahresvergleich präsentieren sich die Regionen Basel mit +0,5% und Mittelland mit +3,3%.  Weiterhin gilt, dass sich auf Grund bevorstehender und geplanter Neuzugänge die Situation vorläufig kaum beruhigen dürfte. Das Gleiche gilt auch für Verkaufsflächen vor allem an peripheren Lagen. Hier kommen noch die Veränderungen im Einkaufsverhalten (Online-Einkäufe, Einkaufstourismus) als negative Einflüsse dazu.

Gemäss dem Bauindex der Credit Suisse und des Schweizer Baumeisterverbands  scheint das Zwischentief des Vorquartals mit einem Anstieg um drei Punkte überwunden zu sein. Trotzdem dürfte das Jahr 2015 für das Bauhauptgewerbe weniger erfolgreich ausfallen als das Vorjahr. (mai/pd)