Francis Kéré entwirft Pavillon für Serpentine Gallery

Francis Kéré entwirft Pavillon für Serpentine Gallery

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Teaserbild-Quelle: zvg

Alljährlich beauftragt die Londoner Serpentine Gallery einen prominenten Architekten mit dem Design für einen temporären Pavillon, der während des Sommers in den Kensington Gardens Spaziergängern Schatten spendet. Dieses Jahr reiht sich Francis Kéré mit einem filigranen Gebilde in die illustre Runde ein. Letztes Jahr ist diese Ehre Bjarke Ingels zu Teil geworden. Davor waren es neben anderen Peter Zumthor, Rem Koolhaas und Zaha Hadid.

Der deutsche Architekt mit Wurzeln in Burkina Faso entwarf einen filigranen Bau, der mehr an Flechtwerk, denn als an Architektur erinnert. Inspiration lieferte der Baum, der in seinem Heimatdorf Gando als Treffpunkt dient: Das weit auskragende und lichtdurchlässige Dach soll an eine grosse Baumkrone erinnern. Das Dach selbst und der „Stamm“ bestehen aus Holz und Textil sowie aus einem Stahlgerüst. Dafür, dass man trotz der durchbrochenen Überdachung auch vor Regen sicher ist, sorgen im Innern Holzblenden.

„Für meine Architektur ist ein Gefühl der Offenheit fundamental“, sagt Kéré. „Bei meinem Pavillon wird dies durch Wände erreicht, die aus vorfabrizierten  Holzelementen zusammengesetzt sind, die zu Dreiecken angeordnet Zwischenräume bilden.“ Dies verleihe dem Pavillon Leichtigkeit und Transparenz. Bei Dunkelheit sieht man das Licht hindurchscheinen. „In Gando ist es einfach, herauszufinden, wo gerade gefeiert wird: Man braucht nur nachts von einem erhobenen Punkt auf das Dorf blicken, und schauen, woher das Licht kommt.“

Im Pavillon ist ein Veranstaltungsprogramm vorgesehen. Dazu gehören auch die sogenannten „Park Nights“ mit Konzerten, Theater- und Tanzaufführungen sowie Perfomances. – Der Pavillon ist geöffnet vom 23. Juni bis 8. Oktober. (mai)

Mehr zu den Pavillon der letzten Jahre: Für 2016 hatte Bjarke Ingels eine Art begehbare Skulptur entworfen, 2015 war das spanische Architektenduo José Selgas und Lucía Cano mit einem bonbonbuntes Gebilde dabei. Und 2014 kreierte der Chilene Smiljan Radic einen dolmenartigen Bau, 2013 schuf Sou Fujimoto ein luftiges Gerüst.