Forschungsprogramm zum Schweizer „Untergrund“

Forschungsprogramm zum Schweizer „Untergrund“

Gefäss: 
Auf Kosten von Kulturland breiten sich Siedlungs- und Infrastrukturbauten aus. Unter dieser Oberfläche erbringt der Boden als Ökosystem wichtige Leistungen: Es stellt etwa den Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung und liefert sauberes Trinkwasser. Ein Nationales Forschungsprogramm soll dafür sorgen, dass es etwa bei Raumplanungsfragen vermehrt auch um den Boden selbst geht, oder vielmehr um das, was unter seiner Oberfläche liegt.
 
Das neue Nationale Forschungsprogramm "Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden" (NFP 68) des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) soll im wörtlichen Sinne in die Tiefe gehen. „Die Bodenfunktionen sollen – dank Methoden und Konzepten, die das NFP 68 entwickelt – vermehrt Berücksichtigung finden und dadurch eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Boden ermöglichen“, erklärt Josef Zeyer, Professor für Umweltmikrobiologie an der ETH Zürich und Präsident der Leitungsgruppe des neuen Forschungsprogramms.
 
Den Debatten um wachsenden Wohnbedarf und die damit verbundene Zersiedlung fehle wörtlich eine Dimension, heisst es in der Medienmitteilung es Schweizerischen Nationalfonds. Bei Nutzungsfragen gehe es nicht um Volumen, sondern um Flächen. Das soll das soeben angelaufene Nationale Forschungsprogramm „Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden“  (NFP 68) ändern: Mit dem NFP 68 soll mehr über die unterirdische Lebenswelt in Erfahrung gebracht und dafür gesorgt werden, dass diese beispielsweise bei der Planung neuer Bauzonen berücksichtigt wird. Die von blossem Auge oft nicht erkennbaren Lebensgemeinschaften aus Bakterien, Bodenpilzen oder Fadenwürmern bauten im Untergrund pflanzliche Überreste ab und stellen den Pflanzen dadurch Nährstoffe zur Verfügung, schreibt der SNF. Zudem sorgten sie für eine stabile Bodenstruktur und säuberten das Grundwasser.
 
Insgesamt 19 Forschungsprojekte verfolgen im Rahmen des NFP68 Fragestellungen, die von der Untersuchung der Schadstoffanreicherung in Schweizer Landwirtschaftsböden bis zur Beurteilung der politischen und sozio-ökonomischen Faktoren reichen, die zu ungebremstem Bodenverbrauch und zur Zersiedelung beitragen. In den kommenden fünf Jahren stehen dem NFP 68 dafür 13 Millionen Franken zur Verfügung. (mai/mgt)
 
Mehr zum Thema: www.nfp68.ch