Fischtreppen sorgen für bessere genetische Durchmischung

Fischtreppen sorgen für bessere genetische Durchmischung

Gefäss: 

Wasserkraftwerke oder Wehre sind für Fische oft unüberwindbar. Fischtreppen schaffen solche  Hindernisse zwar nicht aus der Welt, aber sie erleichtern den Tieren das Leben stark, was sich positiv auf ihre Population auswirkt.  Dies ist das Resultat einer Studie von Wissenschaftern der Eidgenössischen Wasserforschungsanstalt (Eawag),  die dafür erstmals die Wirkung der Aufstiegshilfen untersucht haben. 

Als „Forschungsobjekte“ dienten den Wissenschaftern das Rheineinzugsgebiet mit dem Rheinfall, 37 Wasserkraftwerken und zwei Wehren sowie der Alet. Der Fisch, der beinahe überall und zahlreich in der Schweiz zu Hause ist, gehört zur Familie der Karpfenfische und landet wegen seiner vielen Gräten kaum auf dem Teller. Während der Laichzeit legt er ein ausgeprägtes Wanderverhalten an den Tag. Überdies wurde er im Gegensatz zur Forelle selten in Schweizern Gewässern ausgesetzt, wodurch seine genetische Populationsstruktur laut den Forschern  nicht verfälscht wurde.

„Das macht den Alet zu einem idealen Modell, um zu untersuchen, inwiefern Fischtreppen bei Flusskraftwerken und anderen Hindernissen den genetischen Austausch zwischen den örtlich getrennten Populationen fördern“, sagt Alexandre Gouskow, Hauptautor der Studie. Für die Studie holte man an 47 Stellen per Elektorfischerei jeweils rund 50 Alet aus dem Wasser, darauf wurden sie sanft betäubt, damit sie vermessen werden konnten und sich eine Gewebeprobe aus der Schwanzflosse entnehmen liess.

Bei der Analyse der so gewonnen Daten stellte sich heraus, dass Fische von den Aufstiegshilfen Gebrauch machen. Oder vielmehr, dass Fischtreppen den genetischen Austausch tatsächlich verbessern. Eine künstliche Barriere ohne Fischtreppe wirke sich ähnlich stark auf die Differenzierung der Fische aus, wie eine Distanz von rund 100 Kilometern in einem unverbauten Fluss, schreibt die Eawag dazu in ihrer Medienmitteilung. Bei Barrieren, die mit Fischtreppen versehen sind, entspricht das Hindernis lediglich einer Distanz von zwölf Kilometern.

„Man weiss natürlich mittlerweile, dass viele Fische die Aufstiegshilfen auch benutzen“, kommentiert Gouskov die Forschungsresultate. „Aber die Frage, ob sich Fischtreppen tatsächlich positiv auswirken, hat man bisher nicht untersucht.“ (mai)