Film: Sechs Regisseure, sechs Kathedralen

Film: Sechs Regisseure, sechs Kathedralen

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: wikimedia, CC
Wenn Wim Wenders, Michael Glawogger, Michael Madsen, Robert Redford, Margreth Olin und Karim Ainouz gemeinsam einen Film machen, darf man auf den Kinostart gespannt sein. In den Hauptrollen: sechs Architekturikonen.

Gebäude sind per se materialisierte Gedanken, und dazu noch besonders verdichtete. Und auch die Betrachtung von Gebäuden liegt immer im Auge des Betrachters, hat also mit Gedankenformen zu tun. Da es wahrscheinlich kaum einen Menschen gibt, der ohne Vorurteile und konditionierte Gedanken überhaupt etwas als "Realität" wahrnehmen kann, spiegelt auch die gebaute Umwelt eindrücklich die Gedankenkultur von Gesellschaften und ihrer Bevölkerung wider. Menschen, die in einem gewissen Denken aufgewachsen und konditioniert worden sind, ob als Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, haben diese Gebäude erdacht, geplant, erbaut, genutzt, nutzen sie noch immer, bauen sie um, verändern Details, lieben sie oder hassen sie. Somit sind sie natürlich Energieträger, die mit persönlichen Gedankenformen wie Wünschen, Hoffnungen, Abneigung und Zuneigung im Hinblick auf das Gestern, das Heute und das Morgen aufgeladen sind.

Quelle: 
Bild: wikimedia, CC
Das Opernhaus Oslo von Snøhetta.

So verwundert es auch nicht, dass jeder der sechs international bekannten Regisseure,die Wim Wenders für das Projekt einlud, sich aus ganz individueller Sicht "seinem" Bauwerk nähert und der Frage, was Gebäude erzählen würden, könnten sie sprechen. In den Hauptrollen sind die Berliner Philharmonie von Hans Scharoun, die Russische Nationalbibliothek von Carlo Rossi, die Haftanstalt Halden von Erik Møller - wo der norwegische Amokläufer Anders Breivik einsitzt -, das Salk Institut von Louis Kahn, das Opernhaus Oslo von Snøhetta und das Centre Pompidou von Renzo Piano und Nicholas Grimshaw.

Zumindest in Deutschland kommt das das 3D-Filmprojekt "Kathedralen der Kulturen", das an der 64. Berliner Biennale gezeigt wurde, schon am Donnerstag in die Kinos. Die Zuschauer in der Schweiz müssen sich noch etwas gedulden, bekommen hier aber schon einmal einen Appetithappen.(tw)

Offizielle Facebook-Seite "Kathedralen der Kultur"