Felssicherungsarbeiten mitten im Luzerner Stadtgebiet

Felssicherungsarbeiten mitten im Luzerner Stadtgebiet

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Teaserbild-Quelle: Foto: Basler & Hofmann AG

Im ehemaligen Steinbruch bei der Luzerner Sagenmattstrasse droht eine enorme Felsplatte abzustürzen. Deshalb wird die Wand momentan von Spezialisten gesichert.

«Eine solche Baustelle ist einzigartig in der Schweiz», sagte der verantwortliche Geologe Beat Keller zum Onlinemagazin zentralplus, das über die Felssicherungsarbeiten berichtete. Die Sagenmattwand hat mit rund 200 Metern Länge und 40 Metern Höhe etwa die Grösse eines Fussballfeldes. Der Sagenmatt-Steinbruch ist einer von 20 Steinbrüchen in Luzern. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier Sandstein abgebaut.
Bereits 1991 hatte Keller bei Arbeiten für den Gütschstollen, der direkt unter der Sagenmattwand hindurchgebohrt wurde, Stabilitätsprobleme im Fels festgestellt. Unter- und oberhalb des geknickten Felsbandes «bauche» sich eine riesige Felsplatte gegen aussen aus. Diese drohe irgendwann ohne Vorankündigung spontan abzubrechen.
Seit die Gefahr bekannt ist, wird der Fels mit einem elektronischen System überwacht, das bei kleinsten Veränderungen Alarm schlägt. Über SMS werden Keller und seine Kollegen informiert. Nach der Überprüfung vor Ort können sie Entwarnung geben oder müssen Massnahmen einleiten. Das war im Januar nötig. Eine übermässige starke Felsbewegung löste einen automatischen Alarm aus. Innerhalb kürzester Zeit mussten 125 Bewohner aus einem nahegelegenen Hochhaus an der Sagenmattstrasse 11 evakuiert werden. Diese ständige Gefahr wird durch die aktuellen Sicherungsarbeiten gebannt.
Die Arbeiten in der Felswand sind gefährlich. Deshalb sind für die Experten besonders hohe Sicherheitsmassnahmen nötig. Den Auftrag hat die Spezialfirma Gasser Felstechnik übernommen. Zwischen sechs und zwölf Männer arbeiten gleichzeitig. Zurzeit erhält die Felswand ein “Korsett” angelegt. Dabei werden 200 fünfzehn Meter lange Felsanker in die Wand eingebracht. Der untere Bereich der Wand wird zudem durch 50 verankerte Betonrippen von aussen gestützt. Die Massnahmen werden in Zusammenarbeit von städtischen und kantonalen Stellen, Architekten und Ingenieuren, der Gasser Felstechnik und der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern, der Besitzerin des Grundstücks, ausgeführt, berichtet das Onlinemagazin weiter. Das umfangreiche Projekt hat seine Kosten: Sie schlagen mit über vier Millionen Franken zu Buche, die zum Teil die Allgemeine Baugenossenschaft zu tragen hat. (cb)

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