Faules Ei im Flüelatal

Faules Ei im Flüelatal

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Der isometrische Übersichtsplan zeigt Bauteile und innere Erschliessung. Im Vordergrund sind die terrassierten Luxuswohnungen zu sehen.

Im Bündner Flüelatal liegt ein enorm grosses, faules Ei. Nur ein halbes Jahr nach der Eröffnung des goldglänzenden Intercontinental Davos ist dessen Betreibergesellschaft pleite.

Wie die "Südostschweiz" am Wochenende vermeldete, ist die Stilli Park AG als Betreiberin des neuen Luxushotels Intercontinental Davos nur ein halbes Jahr nach der Eröffnung insolvent. Während Verwaltungsratspräsident Martin Buchli am Wochenende jeglichen Kommentar ablehnte, bestätigte der Glarner Bauunternehmer und Ex-Ständerat This Jenny (SVP) als der andere der beiden Stilli-Park-Verwaltungsräte den Konkurs.

Auch die Credit Suisse (CS) ist involviert, da ihr Immobilienfonds Real Estate Fund Hospitality Eigentümerin des zehnstöckigen Luxushotels ist und es für 20 Jahre an die Stilli Park AG verpachtet hat. Die Intercontinental-Gruppe schloss mit der Betreiberin Stilli Park AG einen Management-Vertrag ab. Jenny macht der CS Vorwürfe, dass sie "doppelt so viel Pachtzins verlangt hat wie das Hotel verdient". Deshalb habe man auch der CS nur soviel Pachtzins geben können wie hereingekommen ist, so Jenny. Der Verkauf der 38 Luxuswohnungen in der sechsstöckigen Terrassensiedlung, die alle Einrichtungen des riesigen goldenen Eis nutzen und das Projekt mitfinanzieren sollten, läuft auch ein halbes Jahr nach der Eröffnung schlecht. 17 Wohnungen sind verkauft, eine davon an Jenny. Es wird wohl nun eine Auffanggesellschaft gegründet werden und der CS-Immobilienfonds muss seine Renditeerwartungen senken.

Der geplante Baubeginn der Anlage im Jahr 2009 war mehrmals verschoben worden, bis im Juli 2011 erstmals die Bagger auffuhren. Rund 250 Millionen Franken – geplant waren 155 Millionen –, drei Jahre Bauzeit, 90 000 Kubikmeter Aushub, 5300 Tonnen Stahl und knapp 100 000 Quadratmeter Schalungen später verfügt die Intercontinental Group mit dem goldenen Ei, das am Ort der 1896 eröffneten und 2007 abgerissenen Basler Heilstätte steht, nun über das dritte Haus ihrer Luxusmarke in der Schweiz. Das Projekt, entworfen von Stararchitekt Matteo Thun und ausgeführt für die Stilli Park AG durch die Baulink Generalunternehmung, war im Januar offiziell eröffnet worden.(tw)