„Farbe – Putz – Dämmung“: Im Team zur guten Lösung

„Farbe – Putz – Dämmung“: Im Team zur guten Lösung

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(Bild: Gabriel Diezi)

Erstmals wurde im Rahmen der appli-tech ein Innovationswettbewerb für junge Planer und Handwerker durchgeführt. Die Siegerteams der Jury stehen fest – der Publikumsliebling wird noch bis morgen Freitag in einer Ausstellung in der Halle 2 gesucht.

Wie saniere ich die Fassade eines sechsgeschossigen Betongebäudes mit Baujahr 1971 auf innovative Weise mit den drei Werkstoffen Farbe, Putz und Wärmedämmung? Dieser Fragestellung stellten sich die Teams, die am Innovationswettbewerb des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmerverbands (SMGV) teilnahmen. Gefragt waren interdisziplinär erarbeitete, realisierbare Ideen für die Modernisierung der bestehenden Fassade am SMGV-Dienstleistungszentrum in Wallisellen.

Liebe auf den zweiten Blick

Die Fachjury unter der Leitung von Professor Dieter Geissbühler von der Hochschule Luzern überzeugte das Projekt „Facettenreich“ des einzigen reinen Frauenteams. Dieses erhielt den mit 10‘000 Franken dotierten ersten Preis des Wettbewerbs. Obwohl das prämierte Projekt das typische Erscheinungsbild des markanten Sichtbeton-Gebäudevolumens auf den ersten Blick nur unmerklich verändert, wirkt es auf den zweiten Blick durch seine feingliedrige, vornehme Zurückhaltung bei der neuen verputzten Aussenwärmedämmung und bei der Farbgebung. Wegen der neuen Fassadenoberfläche trifft das Licht im Tagesverlauf immer wieder in einem anderen Winkel auf jede Facette: Ein faszinierendes Spiel zwischen Nuancen von hell und dunkel entsteht. Das siegreiche Frauenteam bestand aus Dorothee Schneider von Kolor – Farbkonzepte für Raum und Produkt, Gabi Bernath, Helen Brotschi und Sandra Labe von der fiktiv Architektur GmbH und Patricia Valente als Handwerkvertreterin.

Den zweiten Rang belegte das Projekt „Wilhelm Tell“ mit seiner Referenz zur Sgraffito-Kratztechnik. Als Dritte wurde das Team „massgeschneidert“ prämiert, das eine Verkleidung der bestehenden Fassade mit vorfabrizierten Holzelementen vorschlägt. Noch bis morgen Freitag sind alle Arbeiten des Innovationswettbewerbs in der Halle 2 ausgestellt. In einer Urnenwahl bestimmen die appli-tech-Besucher, wer den Publikumspreis gewinnt.

Zwei Wettbewerbsziele

„Wir wollten mit unserem Innovationswettbewerb die planende und ausführende Fraktion einander näher bringen“, sagt Mario Freda, Präsident des appli-tech-Messekomitees und Zentralpräsident des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmerverbands (SMGV). Denn die mutigsten und besten Lösungen seien stets das Produkt einer fruchtbaren Zusammenarbeit verschiedener am Bauprozess beteiligter Fachleute. „Zudem geht es uns darum, junge Talente und innovative Lösungswege zu fördern“, so Freda weiter. Der Innovationswettbewerb soll deshalb, wenn es nach dem SMGV geht, auch in Zukunft fester Bestandteil der appli-tech bleiben. (Gabriel Diezi)