Fällt das Dach ins Wasser?

Fällt das Dach ins Wasser?

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Weil das Hallenbad des Winterthurer Geiselweid-Schwimmbads an seine Kapazitätsgrenzen stösst, soll das Olympiabecken im Freien ein Schiebedach erhalten. So könnte es auch im Winter genutzt werden. Doch ob es so weit kommt, entscheidet nun das Stimmvolk. Die Gegner haben rund 1200 Unterschriften gesammelt und reichen morgen Donnerstag das Referendum ein.
 
Beim geplanten Schiebedach für das Olympiabecken im ältesten Schwimmbad der Schweiz geht es um eine Konstruktion aus verschiebbaren und ineinander gleitenden Stahlelementen, die mit einer Folie bezogen sind und je nach Wetterlage teilweise oder ganz ausgefahren werden können. Sommers wäre das Dach zur Hälfte geöffnet und winters ganz geschlossen. Ende März hatte das Winterthurer Stadtparlament den für das Projekt nötigen Kredit von 4,8 Millionen Franken Ende März abgesegnet. Zusätzlich will der Bund das Bauvorhaben mit zwei Millionen Franken aus dem Nationalen Sportanlagenkonzept unterstützen. Damit möchte der Schweizerische Schwimmverband im Schwimmbad Geiselweid das Nationale Leistungszentrum Zentralschweiz-Ost einrichten. Allerdings könnte es – selbst wenn die Gegner keinen Erfolg an der Urne haben –zu finanziellen und zeitlichen Problemen kommen. Denn der Bundesbeitrag wird nur ausgelöst, wenn die Bauarbeiten bis zum 15. November starten.
 
Der Quartierverein „Wohnliches Geiselweid“ und die Anwohner sammelten fast 1200 Unterschriften, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Nötig sind 500 Unterschriften. Die Gegner führen energetische und städtebauliche Argumente ins Feld. Zudem monieren sie, dass die städtischen Energievorschriften nicht eingehalten werden und direkt am Ufer der Eulach gebaut wird. Dies gehe die ganze Stadt etwas an. Wie sie weiter schreiben, wehren sie sich gegen den Vorwurf der Verzögerungstatik. Das Referendum sei die Nutzung der politischen Rechte, die den Stimmbürgern der Stadt zustünden. Die Zahl der gesammelten Unterschriften zeige, dass das Projekt in der gesamten Bevölkerung nicht unumstritten sei.
 
Das Hallenbad Geiselweid ist diesen Sommer geschlossen. Es wird vom 30. April bis zum 30. Oktober saniert. Dafür öffnet das Freibad bereits am 28. April. Die Sanierung kostet 15 Millionen Franken. (mai/sda)