Exoskelett – der „Iron Man“ lässt grüssen

Exoskelett – der „Iron Man“ lässt grüssen

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In der Medizin und im Militär gibt es Exoskelette schon länger. Nun sollen sie auch in der Arbeitswelt genutzt werden, um schwere körperliche Arbeiten zu erleichtern und zu vereinfachen. Dieser Tage wurde ein erster Prototyp vorgestellt.

Steigt Tony Stark in seine Hightechrüstung wird er zum Superhelden mit übermenschlichen Kräften. Was in den „Iron Man“-Filmen möglich ist, könnte bald Wirklichkeit werden. Und zwar mit dem europaweiten Projekt „Robo Mate“, das von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) koordiniert wird: Bei „Robo Mate“ handelt sich um ein Exoskelett, dass bei schwerer körperlicher Arbeit unterstützen soll.

Dieser Tage wurde ein erster Prototyp für Industriearbeiter am Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) präsentiert. Er besteht aus verschiedenen Modulen für Arme, Rücken und Beine. So lassen sich mit den an Ober- und Unterarmen befestigten Armmodulen schwere Lasten leicht heben. Wie Carmen Constantinescu vom IAO erklärt, fühlen sich so 15 Kilogramm nur noch wie 1,5 Kilogramm an. Der Bereich für den Rücken soll vor allem vor Überlastungen der Wirbelsäule schützen und die Beinmodule können sich bei Tätigkeiten in hockender Position  versteifen, sodass sie wie eine Art Sitz funktionieren.

Bis der „Robo Mate“ Wirklichkeit wird, dürfte es noch etwas dauern. Zuerst muss sich sein System für die künftigen Nutzer und ihre Umgebung als sicher erweisen. Die Akzeptanz ist ein weiterer Punkt: „Der Prototyp ist funktionsfähig, aber er wirkt noch immer abschreckend“, sagt Wernher van de Venn von der ZHAW. Man sehe die gesamte Technik und die Kabelführung. Das mache den Menschen vielleicht Angst. Darum arbeiten derzeit Designer an einer ansprechenden Aussenhülle. Dass sie nachher an Iron Man erinnert, dürfte wohl eher nicht der Fall sein. „Wir wollen keinen Superhelden machen“, sagt Leonard O’Sullian, Ergonomie- und Produktdesignexperte von Universität von Limerick. „Wir wollen einen Helfer entwickeln, der die Produktionsarbeiter unterstützt.“ (mai)

Projektwebsite (englisch) www.robo-mate.eu