Es wurde weniger Zement geliefert

Es wurde weniger Zement geliefert

Gefäss: 

Im ersten Quartal des laufenden Jahres ist 16 Prozent weniger Zement geliefert worden als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das geht aus der aktuellen Lieferstatistik des Verbands Schweizerische Zementindustrie hervor.

An der Generalversammlung der cemsuisse, dem Verband schweizerischer Zementindustrie, war die Lieferstatistik ein Thema. Demnach weisen die Lieferungen des letzen Jahres ein gegenüber dem Vorjahr gleichbleibendes Niveau auf. Gesamthaft beliefen sie sich laut einer Mitteilung auf 4,6 Millionen Tonnen. Im ersten Quartal gingen die Lieferungen allerdings um nicht weniger als 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück. „Dieser Rückgang ist nicht auf eine Zunahme der Importe im Nachgang des Entscheids der Nationalbank zurückzuführen, sondern ist konjunktureller und teilweise witterungsbedingter Natur“, schreibt der Verband. Der Verzicht auf die Anbindung an den Euro habe indessen einen direkten Effekt auf die Investitionsbereitschaft verschiedener schweizerischer Unternehmen. Aufgrund der Unsicherheit würden Investitionen sistiert und im schlechtesten Fall annulliert. Dies bereitet der cemsuisse Sorgen, wie deren Präsident Urs Schwaller an der GV sagte. „Zumal die aktuellen und zu erwartenden Umsatzzahlen aus der Bauindustrie nicht eben ermutigend sind“, so der Ständerat.

Bedarf an einem staatlichen Konjunkturprogramm sieht er allerdings nicht, sondern eher „die Notwendigkeit der beförderlichen Behandlung von Sachgeschäften, die eine Beschäftigungswirkung erzielen können“. Einer zügigen Umsetzung von Projekten wie der Fabi-Vorlage oder dem laufenden Ausbau und der Erneuerung des Natioanlstrassennetzes sollte seiner Meinung nach Priorität eingeräumt werden.

Steinbruch-Abbau kaum mehr möglich

Ein wichtiges Thema für die cemsuisse ist laut Schwaller die langfristige Sicherung der Versorgung mit Rohmaterial. Das Bundesinventar der schützenswerten Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) deckt 20 bis 25 Prozent der Fläche der Schweiz ab. Und viele Steinbrüche grenzen durch den Abbau unmittelbar an BLN-Gebiete. Ein weiterer Abbau sei somit kaum mehr möglich. Doch gemeinsam mit dem Bafu, dem Are sowie betroffenen Kantonen habe cemsuisse ein Projekt lanciert, das die Grundlage für eine Abwägung von Schutzinteressen und der Rohmaterialversorgung schaffen soll. (pd/mt)