Es funkelt an der Nordsee

Es funkelt an der Nordsee

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg
Gläserne Bienenwaben oder die aus Kristallen gemauerte Fassade eines Elfenschlosses? Eines ist sicher, die extravagante, funkelnde Aussenwand der neuen Konzerthalle von Reykjavik regt zum Träumen an. Entworfen hat sie der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson.
 
 
Zurzeit laufen die letzten Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung der Aufführungsstätte: Denn die isländische Hauptstadt erhält mit der "Harfe" erstmals ein extra für die Aufführung von Musik und Musiktheater gestaltetes Gebäude.
 
Das Haus hat hohen Symbolwert: Es war der einzige Grossbau in Island, an dessen zeitgerechter Fertigstellung die isländische Regierung auch nach dem grossen Finanzcrash 2008 festhielt. Die Behörden entschlossen sich damals, das Projekt trotz der tiefen Budgetlöcher durchzufinanzieren. Es kam nicht einmal zu nennenswerten Änderungen des ursprünglichen, noch im Glauben an den Reichtum Islands erstellten architektonischen Konzepts.
 
Am augenfälligsten am Bau der dänischen Henning Larsen Architects ist die südseitige Glasfassade, die der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson gestaltete. Eliasson liess sich für die Fassade von den berühmten Basaltsäulen der isländischen Vulkanlandschaft inspirieren. Sie besteht aus 8'000 hexagonal geformten Elementen, die zusammen eine Fläche von 2'500 Quadratmetern ergeben. Die teils durchsichtigen und teils pastellfarbenen „Glaswaben“ sollen das Tageslicht und gleichzeitig das Wetter reflektieren. - Die praktische Ausführung der spektakulären und entsprechend teuren Wand bereitete sowohl der Baufirma als auch dem für die die Akkustik zuständigen, amerikanischen Ingenieurbüro Artec bis zuletzt Kopfzerbrechen.

28'000 Quadratmeter grosse „Harfe“

Der rund 28'000 Quadratmeter grosse Komplex setzt sich aus zwei L-förmig angeordneten Bauten zusammen und verfügt über einen Konzertsaal für 1'800 Leute sowie zwei Konferenzräume für jeweils 750 Besucher. Des Weiteren gehören verschiedene Veranstaltungsräume, ein Restaurant, eine Bar sowie ein Hotel zur „Harfe“.
 
Die Eröffnungskonzerte vom 4. bis am 6. Mai sind restlos ausverkauft. Insgesamt wurden im Vorverkauf bereits 20'000 Tickets für feststehende Konzerte abgesetzt. Zu den ersten Zugpferden gehören Dirigent Vladimir Ashkenazy, der isländische Pianist Víkingur Heidar Olafsson, die schwedische Sopranistin Camilla Tilling sowie der deutsche Tenor Jonas Kaufmann. (mai/sda)
 
Linktipps zu Olafur Eliasson: www.olafureliasson.net, www.wikipedia.de