Erweiterung des Zürcher Kunsthauses nimmt Form an

Erweiterung des Zürcher Kunsthauses nimmt Form an

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Montags ist es soweit. Dann starten die Vorbereitungsarbeiten zum Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses. 2020 soll er eröffnet werden – zwei Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Ursache für die Verzögerungen war ein Rekurs gegen das Bauvorhaben gewesen. Die Luzerner Stiftung Archicultura hatte sich gegen den Neubau aus der Feder David Chipperfields gewehrt, weil damit „der grösste Grünraum des ehemaligen Schanzenrings von Zürich zugebaut würde und ein autistischer Kunsttresor mit seinem übergrossen Volumen“ das Gebiet am Pfauenplatz erdrücke. Doch mittlerweile ist die Baubewilligung rechtskräftig, im Frühling konnten die Projektierungarbeiten wieder aufgenommen werden.

Für die Bauherrschaft – die Stadt Zürich, die Zürcher Kunstgesellschaft und die Stiftung Zürcher Kunsthaus, zusammengeschlossen in der Einfachen Gesellschaft Kunsthaus-Erweiterung– sei der bevorstehende Baubeginn ein weiterer wichtiger Meilenstein in diesem Grossprojekt, heisst es dazu in der Medienmitteilung des Zürcher Hocnbaudepartements.

Somit werden ab Montag auf dem Areal des Erweiterungsbaus die bestehenden Turnhallen und Baracken von Schadstoffen – unter anderem von Asbest – befreit. Parallel werden die Bäume, welche für den Garten der Kunst erhalten bleiben geschützt, die übrigen werden gerodet. Danach kann der Aushub starten.

Grösstes Kunstmuseum der Schweiz

Mit Neubau  verdoppelt sich Gesamtfläche des Kunsthauses nahezu. Im eleganten Quader soll dereinst Kunst ab den 1960er-Jahren, die Sammlung E.G. Bührle mit Schwerpunkt französische Kunst des 19. Jahrhunderts sowie mittelgrosse Wechselausstellungen Platz finden. Damit werden permanent 700 bis 800 Werke aus der Kunsthaus-Sammlung gezeigt werden können, das sind 20 Prozent des gesamten Bestandes an Gemälden und Skulpturen, heute sind dies lediglich 10 Prozent. Zusammen mit dem bestehenden Gebäude wird das Zürcher Kunsthaus das grösste Kunstmuseum der Schweiz sein.

Die Finanzierung der Erweiterung erfolgt über Beiträge der Zürcher Kunstgesellschaft und der Stadt Zürich von je 88 Millionen Franken. Der Kanton beteiligt sich mit 30 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds. Des Weiteren räumt der Kanton der Stiftung Zürcher Kunsthaus ein zinsloses, dauerndes Baurecht am Grundstück Heimplatz Nord ein. Die Gesamtsumme der Beiträge von 206 Millionen Franken basiert auf den Zielkosten von 180 Millionen Franken und Reserven. (mai)