Erstes Schweizer Sortierzentrum für Plastikflaschen

Erstes Schweizer Sortierzentrum für Plastikflaschen

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Nicht nur Pet- sondern auch Plastikflaschen sollen wiederverwertet werden. Deshalb entsteht in Frauenfeld das erste Schweizer Sortierzentrum für Plastikflaschen. Heute fand der Spatenstich statt.

Neben PET-Getränkeflaschen sollen hier dereinst auch Plastikflaschen etwa für Wasch- und Reinigungsmittel maschinell sortiert werden. „Aus den ehemaligen Shampooflaschen werden neue Produkte, zum Beispiel Benzinkanister oder Kunststoff-Röhren für die Kanalisation", erklärt dazu Cäsar Müller, Inhaber der Firma Müller Recycling AG Frauenfeld, die das neue Sortierzentrum baut. Michel Monteil, Abteilungsleiter des Bundesamts für Umwelt (BAFU), lobt das Projekt in einer Stellungnahme: Das Sortierwerk sei „zukunftsweisend“. Durch die Sortierung in der Schweiz könnten Abfalltransporte ins Ausland vermieden werden.

Die Idee des Plastikflaschen-Recyclings stammt von der Migros. Seit Anfang 2014 nimmt der Grossverteiler in seinen Verkaufsstellen Plastikflaschen zurück. Weil die Flaschen aus verschiedensten Kunststoffen bestünden, sei das Recycling jedoch schwierig, erklärt dazu Cäsar Müller. Bisher würden die Flaschen exportiert, was aus Umweltschutzgründen wenig Sinn mache. Letzteres soll sich nun mit der neuen Anlage ändern: „Ist sie in Betrieb, versuchen wir die Grossverteiler ins Boot zu holen und hoffen, dass sie sich auf freiwilliger Basis am Recycling im Inland beteiligen“. Falls das nicht funktioniere, wäre auch eine vorgezogene Recycling-Gebühr wie bei Aluminium, Elektroschrott oder PET denkbar.

Mit PET-Recycling hat der Betrieb in Frauenfeld langjährige Erfahrung. Seit 14 Jahren betreibt Müller das grösste von fünf PET-Recycling-Werken in der Schweiz und sortiert im Auftrag von PET-Recycling Schweiz die Flaschen aus Polyethylenterephthalat. Die neue Anlage kostet zehn Millionen Franken und wird von der Müller Recycling AG finanziert. „Wir gehen das unternehmerische Risiko ein, weil wir überzeugt sind, dass das Recycling von Plastikflaschen kommen wird“, sagt Müller.

Durch die neue Anlage, die je nach Bedarf Plastikflaschen oder PET sortieren kann, wird zudem die Kapazität des Frauenfelder Betriebs auf 40'000 Tonnen pro Jahr oder 3,9 Mio. PET-Getränkeflaschen oder Platikflaschen pro Tag verdoppelt. Dank verbesserter Sortiertechnologie könnten in Zukunft mehr hellblaue und klare PET-Getränkeflaschen aussortiert werden. Aus diesen entstehe ein fast 100 Prozent reiner Altstoff. Dieser habe mehr Wert, weil daraus direkt neue Getränkeflaschen produziert werden könnten, sagte Müller. (mai/sda)