Erneuter Anlauf für neuen Bahnhofsplatz

Erneuter Anlauf für neuen Bahnhofsplatz

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Der Bieler Bahnhofplatz soll neu gestaltet werden. Dafür will die Stadtregierung bis in einem Jahr ein Projekt ausarbeiten lassen und beantragte deshalb dem Stadtparlament in dessen Dezembersitzung einen Projektierungskredit von 865'000 Franken.
 
In dieser Summe enthalten sind die 240'000 Franken, welche die Stadt Biel 2004 für einen Architekturwettbewerb ausgegeben hat. Das Siegerprojekt soll nun als Ausgangspunkt für ein den heutigen Anforderungen angepasstes Ausführungsprojekt dienen. Diese Phase hatten die städtischen Behörden zurückgestellt, weil die SBB in den letzten Jahren den Bahnhof umbauten. Für die Zeit des Umbaus nahmen die SBB einen Teil des Platzes für provisorische Bauten in Anspruch.

Kein Verkehr mehr vor dem Bahnhofgebäude

Eine Visitenkarte für die Stadt Biel solle der Bahnhofplatz werden, sagte Baudirektor Hubert Klopfenstein am Mittwoch an einer Medienkonferenz. Deshalb werden die Kurzzeit-Parkplätze und der Taxi-Wartestand auf die Seiten verbannt. Der gesamte Platz vor dem Bahnhofgebäude soll den Fussgängern gehören. Darum sollen auch die Veloparkplätze in zweigeschossigen Kleinbauten mit Velostation verschwinden. Als neue Idee präsentierte Stadtplaner François Kuonen den Bau von 600 gedeckten Veloabstellplätzen mit Zugang von Nordwesten. Dort ist neben der Hauptpost eine kleine Ladenzone entstanden. Für diese haben die neuen Gebäudeeigentümer im rückwärtigen Hof Parkplätze und eine Tiefgarage gebaut. Das erlaubt gemäss Baudirektor Klopfenstein die Reduktion der Kurzzeitparkplätze auf dem Bahnhofplatz.

Parallele Verkehrsstudien

Die vor dem Platz verlaufende Verresiusstrasse und die rechtwinklig davon abgehende Bahnhofstrasse sind nicht Teil des Projekts. Dort sollen aber parallel Studien über die Verkehrsführung und die Anordnung der Bushaltestellen vorgenommen werden, wie Stadtplaner Kuonen erklärte. Laut Kuonen sind mit den SBB Gespräche im Gang über zusätzliche Perronzugänge auf beiden Seiten des Bahnhofgebäudes. Denn die Kapazität der Geleiseunterführung reiche zu Spitzenzeiten nicht mehr aus. So wird geprüft, im Nordwesten den Tunnel und die Aufzüge der Post für den Personenverkehr zu nutzen.
 
Die Kosten der Bahnhofplatz-Neugestaltung dürften nach Baudirektor Klopfenstein zirka 5 Mio. Franken betragen. Deshalb sei nicht klar, ob der Ausführungskredit gerade noch in die Kompetenz des Stadtparlamentes falle oder eine Volksabstimmung nötig sei. (sda)