Erhöhte Radioaktivität im Bielersee

Erhöhte Radioaktivität im Bielersee

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Überraschender Fund am Seeboden: Sedimentanalysen zeigen, dass um das Jahr 2000 herum grössere Mengen Cäsium 137 in den Bielersee gelangten. Als Quelle kommt das AKW Mühleberg infrage.

Über 60 Prozent des Bieler Trinkwassers stammen von Bielersee. Nun machte die «Sonntags Zeitung» bekannt, dass ausgerechnet in diesem See um das Jahr 2000 mehr radioaktives Cäsium in den See geflossen sei als üblicherweise. Als möglichster Verursacher gilt das AKW im bernischen Mühleberg. Von dort aus fliesst nämlich kontrolliert und in geringen Mengen radioaktives Reinigungswasser in die Aare, das in den Bielersee gelangen kann. Für die Bevölkerung bestehe laut Bundesamt für Gesundheit allerdings keine Gefahr.

Zum ersten Mal erwähnt wurde der Befund in einer Studie, die Genfer Geologen erarbeitet haben. Der entsprechende Artikel, aus dem die «Sonntags Zeitung» Ausgabe zitiert, wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift «Aquatic Sciences» im Februar dieses Jahres veröffentlicht.

Bei der Studie ging es unter anderem darum, Sedimente aus dem Bielersee zu analysieren. Gemäss der «Sonntags Zeitung» stiessen die Forschenden zufällig auf die erhöhte radioaktive Strahlung im Seegrund, die vom künstlichen Isotop Cäsium 137 stammt. (ffi/sda)