Erfolgreiche gemischtwirtschaftliche Zusammenarbeit

Erfolgreiche gemischtwirtschaftliche Zusammenarbeit

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Teaserbild-Quelle: Sika Schweiz AG
Von Anfang an beabsichtigte der Stadtrat Zug, das neue Eisstadion im Rahmen einer Gesamtüberbauung entwickeln und realisieren zu lassen. Städtebauliche und finanzpolitische Gründe sprachen dafür. Deshalb strebte er eine gemischtwirtschaftliche Zusammenarbeit und Finanzierung mit einem Investoren- und Planerteam an.
 
Sika Schweiz AG
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Sika Schweiz AG
Durch Private finanzierte Überbauung Schutzengel und die das Hochhaus Uptown ermöglichen eine günstige Finanzierung der Bossard Arena.
 
 
Von Thomas Eggermann
 
 
Diese Art der Zusammenarbeit zwischen Privaten und der öffentlichen Hand nennt man Public Private Partnership (PPP). Sie hat sich auch im Fall der Grossüberbauung im Hertiquartier bewährt. mDurch den Verkauf von Landanteilen, welche für die öffentlichen Anlagen nicht benötigten wurden, konnte die Stadt Zug das neue Eisstadion zu einem wesentlichen Teil finanzieren. Nach eingehendem Evaluationsverfahren hatte der Stadtrat am 7. September 2004 als externen Projektpartner die Anliker AG bestimmt und mit der Projektierung des neuen Eisstadions beauftragt. Es galt, eine auch städtebauliche hochwertige Lösung zu ent­wickeln.
 
Neugestaltung des Quartiers Herti
Das Bebauungskonzept umfasste einerseits das Areal Nord mit Stadion, Wohn- und Geschäftshaus Uptown, Parkhaus, Ausseneisfeld sowie neuem Stadtplatz. Anderseits betraf es das Areal Süd mit der Wohnüberbauung Schutzengel auf dem Bossard-Areal. Das Eisstadion, das überdachte Ausseneisfeld, der öffentliche Stadtplatz und die Einstellhalle mit 115 Parkplätzen verblieben zusammen mit dem zugehörigen Land in Stadtbesitz. Das südlich der General-Guisan-Strasse gelegene Bossard-Areal dagegen wurde an die Anliker AG verkauft. Nach rund zweijähriger Bauzeit konnte die Überbauung Schutzengel mit ihren 90 Eigentumswohnungen im Frühling 2011 an die neuen Besitzer übergeben werden. Die Bossard Arena erhielt die Baubewilligung gleichzeitig mit dem Hochhaus. Die Gebäudehöhe wurde aufgrund eingehender städtebaulicher Analysen festgelegt. Sowohl die Stadtbildkommission als auch die Bau- und Planungskommission befürworteten diese Höhe.
 
Hochhaus ermöglicht öffentlichen Platz
Sodann verkaufte die Anliker AG das von der Stadt Zug erworbene Land zusammen mit dem bewilligten Projekt Uptown an die Credit Suisse Asset Management Funds AG weiter. Als Totalunternehmerin konzentrierte sich Anliker fortan auf die Realisierung des Projekts. Durch die Verdichtung des Wohn- und Geschäftshauses auf ein 18-geschossiges Gebäude, entstand Raum für einen grossen, öffentlichen Arenaplatz. Auf seinen 75 x 90 Metern ist der Quartiertreffpunkt entstanden. Das Areal lässt sich im Winter zudem als Ausseneisfeld und im Sommer / Herbst für Ausstellungen wie die Herbstmesse nutzen.
 
Das in Zug umgesetzte Konzept der gemischtwirtschaftlichen Zusammenarbeit überzeugt sowohl in städtebau­licher wie auch ökonomischer und organisatorischer Hinsicht. Es hat sich für alle beteiligten Partner und die Stadt Zug als sehr effizient und erfolgreich erwiesen. Das Beispiel zeigt, dass das Zusammengehen der öffentlichen Hand mit privaten Investoren in einem geeigneten wirtschaftlichen Umfeld möglich ist und beiden Partnern
interessante Perspektiven bietet.
 
Der Autor ist Abteilungsleiter Industriebau bei der Anliker AG, Emmenbrücke.