Erdgas aus dem Val de Travers

Erdgas aus dem Val de Travers

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Die britische Gesellschaft Celtique Energie Petroleum Ltd. will im Neuenburger Val de Travers, in der Region Vallorbe VD und im Waadtländer Chablais nach Erdgasvorkommen suchen. Sie plant Probebohrungen.
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Ob im Val de Travers Erdgas vorkommt, sollen Bohrungen zeigen.
 
 
Celtique habe ihre Datenbanken über diverse mögliche Vorkommen in Europa noch einmal unter die Lupe genommen, sagt Bertrand de Montmollin, der Direktor der Firma Bioconseils, der Nachrichtenagentur SDA. Dieses Neuenburger Unternehmen erstellt eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die geplanten Bohrarbeiten im Val de Travers. In den achtziger Jahren seien die entdeckten Vorkommen noch nicht erforscht worden, so Montmollin. Seither hätten sich die Dinge weiter entwickelt. Die Auswertung der Datenbanken und die Sondiertechniken seien besser geworden. Laut dem Bioconseils-Direktor ist es noch zu früh, auf grosse Vorkommen zu hoffen. Denn die Chance, auf ein sich rentierendes Vorkommen zu stossen, stehe höchstens bei eins zu zehn.

Probebohrungen für zehn Millionen Franken

Indessen bereitet die Neuenburger Regierung ein Dekret vor, das die Ausstellung einer Probebohr-Bewilligung an die künftige Neuenburger Filiale der Celtique ermöglicht. Die Konzession zur Ausbeutung der Vorkommen stellt allerdings der Grosse Rat aus. In ihrem Bericht an das Kantonsparlament zählt die Neuenburger Regierung die Bedingungen auf, die Celtique stellt. Denn die Firma lanciert nur Probebohrungen, wenn sie auch gleichzeitig die Konzession zur Nutzung erhält.
 
Die Probebohrungen allein kosten gemäss dem Neuenburger Kantonasgeologen Christophe Dénervaud rund 10 Millionen Franken. Bei so hohen Kosten nehme niemand ein solches Unternehmen in Angriff, wenn er nicht gleichzeitig die Garantie erhalte, Vorkommen auch nutzen zu dürfen. Wie Dénervaud erklärt, sollen die Probebohrungen im Val de Travers in der Region Noiraigue durchgeführt werden. Das Gestein, in dem Erdgas eingeschlossen sein könnte, befindet sich in einer Tiefe von rund 2200 Metern. Im Falle eines Misserfolges könnte das entstandene Loch auch für geothermische Zwecke genutzt werden.

Europaweite Suche nach Erdgas- und Erdölvorkommen

Die in London ansässige Celtique Energie Petroleum Ldt. wurde 2006 von einer Gruppe von britischen Investoren gegründet. Sie ist auf das Auffinden und Ausbeuten von unterirdischen, möglichen Erdgas- oder Erdölvorkommen spezialisiert. Zurzeit plant Celtique weitere Probebohrungen in Frankreich (2), Deutschland (2), Italien (4), Polen (3), Rumänien (2) und Grossbritannien (8) mit Grössen zwischen 80 und 950 Quadratkilometern.
 
Die beiden Waadtländer Vorkommen erstrecken sich gemäss ersten Schätzungen auf einer Fläche von zusammen 800 Quadratkilometern. Eine gleich grosse Fläche nimmt die mögliche Fundstätte im Val de Travers ein. Ein Vorkommen in der Region Moussières im französischen Jura erstreckt sich sogar auf einer Fläche von 3300 Quadratkilometern. (Dominique Arlettaz, SDA)