EPFL rettet bretonischen Leuchtturm

EPFL rettet bretonischen Leuchtturm

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Ultrahochfester Beton soll den rund 130jährigen Leuchtturm Ar-Men in der Bretagne wieder fit für Wind und Wetter machen. Die Technik, mit welcher der Turm vor den oft wilden Witterungsverhältnissen am Atlantik geschützt werden soll, wurde unter anderem von Fachleuten der ETH Lausanne entwickelt.
 
Leuchttürme sind erbarmungslos dem Wetter ausgesetzt. Das gilt auch für den Leuchtturm Ar-Men in der Bretagne. Seit 130 Jahren brechen sich die Wellen an seinem Fuss. Obwohl dieser im Laufe der Zeit mehrere Male mit Stahlbeton stabilisiert worden ist, schädigen ihn die wilden Witterungsverhältnisse zusehends.
 
Deshalb wird das Bauwerk zurzeit vom Centre d’études techniques maritimes et fluviales in Brest, das unter anderem auch für den Leuchtturm Ar-Men zuständig ist, in Zusammenarbeit mit Spezialisten von der ETH Lausanne (EPFL) und vom Zementhersteller Lafarge saniert. Dazu wurde ein ultrahochfester mit Stahlfasern versehener Beton entwickelt, mit dem die nötigen Verstärkungen vor Ort hergestellt werden können. Wie die EPFL mitteilt, verleihen die Fasern dem Beton eine gewisse Elastizität, machen ihn widerstandsfähig gegen Korrosion sowie besonders kompakt und dicht. Seine Wasserundurchlässigkeit sei so hoch, dass selbst eine Schicht von gerade mal 15 Millimeter genüge um eine darunterliegenden Metallkonstruktion zu schützen.
 
Das „Laboratoire Maintenance, Construction et Sécurité des Ouvrages“ (MCS) der EPFL befasst sich seit 2004 mit dem Giessen von Ultrahochfestem Beton in Zusammenhang mit bereits existierenden Strukturen. Es gilt als eines der weltweit modernsten seiner Art. Bei der Technik, die in der Bretagne angewandt wird, wird eine regelrechte zweite Haut geschaffen, die sowohl schützt als auch stabilisiert. „Bei Leuchttürmen stellen sich ähnliche Probleme wie bei Brücken“, sagt Projektleiter Emmanuel Denarié von der EPFL. „Die Arbeiten sollten möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen; es bedarf extrem effizienter und gleichzeitig dauerhafter Lösungen, die mit einem Minimum an Material realisiert werden können. Deshalb war es naheliegend, dass wir diese Technik unseren französischen Kollegen vorschlugen.“ (mai)