Entwirrter Zahlenwirrwarr

Entwirrter Zahlenwirrwarr

Gefäss: 
Wieviel kostet das neue Polizei- und Justizzentrum des Kantons Zürich nun tatsächlich? Diese Frage stellte der „Tages-Anzeiger“ der Zürcher Baudirektion, die dann noch einmal nachrechnete.
 
Auf dem Areal des alten Güterbahnhofs soll in Zürich ein Polizei- und Justizzentrum (PJZ) gebaut werden. Dafür hatte das Stimmvolk 2003 einen Kredit von 490 Millionen bewilligt. Doch letztes Jahr stellte sich heraus, dass der geplante Justizpalast rund 700 Millionen kosten würde.  In der Folge ging man noch einmal über die Bücher und redimensionierte das Bauvorhaben.
 
Vor rund zwei Wochen präsentierte der Kanton ein abgespecktes Projekt. Wieviel das neue Polizei- und Justizzentrum des Kantons Zürich aber denn nun tatsächlich kosten würde, war nicht ganz klar. An der Medienkonferenz hiess es, dass das Projekt mit 637 Millionen Franken zu Buche schlägt. Allerdings war auch von 624 und 569 Millionen die Rede. Deshalb hat der „Tages-Anzeiger“ beim Kanton nachgefragt. Darauf rechnete die Baudirektion noch einmal nach und erstellte eine aktuelle Vollkostenrechnung. Anagesichts dieser Zahlen stellt der „Tages-Anzeiger“ in der aktuellen Ausgabe fest, dass keine der herum gebotenen Zahlen stimmte. Nach heutigem Stand werde der Bau total auf 604,8 Millionen zu stehen kommen. Unter dem Strich werde das PJZ also rund 65 Millionen teurer als bei der Volksabstimmung im Jahr 2003 versprochen – obwohl es kleiner werde als ursprünglich geplant.
 
Zudem könnte sich der Baubeginn wegen des redimensionierten Projektes verzögern, wie der „Tages-Anzeiger“ ausserdem weiss. Weil das überarbeitete PJZ einen Stock weniger haben wird, ist eine Zusatzbewiligung der Stadt erforderlich. Derweil wurde die Lücke, die durch den nun nicht mehr geplanten Gefängnsitrakt entsteht, in der Baubewilligung, die bereits letztes Jahr erteilt wurde, bereits abgesesgnet. Die Zusatzbewilligung könnte das Verfahren verzögern, wie der „Tages-Anzeiger“ berichtet. Denn bis sie erteilt sei, könnten hängige Rekurse von drei Anwohnern nicht erledigt werden. (mai)