Entflechtung Wylerfeld: Bauspektakel für neue Stauffacherbrücke

Entflechtung Wylerfeld: Bauspektakel für neue Stauffacherbrücke

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Im Rahmen der Entflechtung Wylerfeld – mit dem Projekt sollen die Engpässe auf dem Schienennetz im Osten Berns entschärft werden – findet am Wochenende ein Bauspektakel statt. Das erste Element der neuen Stauffacherbrücke wird mit einem Raupenkran der Superlative eingehoben.

Im Osten von Bern laufen verschiedene, stark befahrene Bahnstrecken zusammen. Insgesamt verkehren hier täglich 900 Züge, deren Fahrwege sich zum Teil kreuzen. Damit kann sich selbst eine geringfügige Verspätung eines Zuges auf die Fahrzeiten anderer Züge auswirken. Das Projekt „Entflechtung Wylerfeld“ soll die Situation entschärfen: Es besteht aus einem insgesamt 829 Meter langen Bauwerk, das einen Tunnel mit zwei Rampen beinhaltet. Der Tunnel unterquert vom Bahnhof her zwischen dem Wylerfeld und der Haltestelle Bern Wankdorf drei Spuren und mündet in die Strecke nach Thun .

Im Zuge der Arbeiten für die Entflechtung müssen die Scheiben- und die Stauffacherbrücke ersetzt werden, weil ihre Spannweite für das Projekt zu gering ist. Die Scheibenbrücke wurde bereits abgebrochen und neu erstellt, sie geht im Mai in Betrieb. Und in der Nacht von Samstag auf Sonntag starten nun die Arbeiten für die neue Stauffacherbrücke: Zwischen 1 und 5 Uhr wird mit dem laut SBB mit dem grössten mobilen Kran der Schweiz die erste Bogenhälfte der vorfabrizierten Brücke eingeschoben. Das Element wiegt rund 270 Tonnen, ist 35 Meter lang und 16.5 Meter breit.

Nicht minder spektakulär als Aktion selbst ist auch der Kran an sich. Es handelt sich um einen Raupenkran. Für seine Anlieferung waren 40 Lastwagen notwendig und für seine Installation brauchte es drei Tage. Spielt das Wetter nicht mit, wird der Einhub in der Nacht von Sonntag auf Montag vorgenommen.

Trotz des aufwendigen Einhubs wird es noch ein Jahr dauern, bis die neue Stauffacherbrücke fertig ist. Dies, weil Neubau und der Abbruch parallel laufen. So wird die erste Hälfte der Bogenbrücke zuerst auf eine Hilfskonstruktion neben der bestehenden Brücke über den Gleisen abgesetzt.  Danach werden die Stahlteile der zweiten Hälfte angeliefert und vor Ort montiert. Das Stahlskelett der neuen Brücke wird dann auf einer provisorischen Konstruktion liegen.

Sobald die Scheibenbrücke den Betrieb aufgenommen hat, will man die heutige oder vielmehr die alte Stauffacherbrücke sperren und nach und nach rückbauen. Sind die Fertigstellungsarbeiten erledigt sowie die nötigen Strassen- und Werkleitungsarbeiten im Umfeld der Brücke beendet, kann die neue Querung im September 2018 eröffnet werden. (mai/mgt/sda)