Energiewende: Musterschüler Thurgau

Energiewende: Musterschüler Thurgau

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Teaserbild-Quelle: Wladyslaw Sojka, wikimedia.org, CC

Was das Engagement für die Energiewende anbelangt ist der Thurgau laut WWF „top“ und Appenzell Innerrhoden „flop“. Dies geht aus einem Ranking des WWF hervor, der die Energiepolitik der Kantone unter die Lupe genommen hat und der Meinung ist, dass alle Kantone – auch die Musterschüler unter ihnen – in dieser Hinsicht noch Verbesserungspotenzial haben.

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Wladyslaw Sojka, wikimedia.org, CC
Der Aargau, wo das Kernkraftwerk Leibstadt steht, rangiert auf Platz 18 der Liste und gehört damit laut WWF zu den "Nachzüglern".

Besserung naht. Denn die kantonalen Energiedirektoren verabschieden im Januar die neuen Mustervorschriften für die Energiepolitik der Kantone (MuKEn).

Die Gebäudeheizungen seien die grössten Energieverbraucher in der Schweiz, kommentiert der WWF sein Kantonsranking. Die kantonalen Vorschriften zum Sanierung und Heizen seien darum entscheidend, wenn die Schweiz von Erdöl und Erdgas wegekommen und die Energiewende schaffen wolle. Auch Förderinstrumente für Gebäudesanierungen und Erneuerbare Energien seien wichtig. Allerdings seien sie relativ unterschiedlich ausgebaut. So oder so: Die Kantone auf den ersten Rängen scheinen in dieser Hinsicht ihre Hausaufgaben gamacht zu haben. Während das Thurgau die Liste anführt, folgen ihm auf Platz zwei das Baselbiet und auf Platz drei Basel-Stadt. An letzter Stelle rangiert Appenzell-Innerrhoden.

Thurgau und Schaffhausen stellen am meisten Mittel für die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien bereit. Die Rahmenbedingungen für die energetische Sanierung bestehender Gebäude sind hingegen in den beiden Basel sowie im Kanton Genf laut WWF am besten. Aber in diesem für die Energiewende zentralen Bereich erreichen laut WWF auch die besten Kantone kein Topresultate. Der Grund: Es bräuchte Vorgaben, die zusätzliche Gebäudesanierungen anstiessen, heisst es in der Medienmitteilung. Auch wenn der WWF zusätzlich noch positiv vermerkt, dass etwa in Genf nach Dachsanierungen Solarwärme genutzt werden muss und dass Bern sowie Neuenburg vorbildlich beim Ersatz von stromfressenden Elektroheizungen unterwegs sind, sieht er bei allen Kantonen zusätzlichen Handlungsbedarf: „Zu viele Kantone machen ihre Hausaufgaben nicht. Ihre Politik ist alles andere als enkeltauglich“, moniert WWF-Klimaexperte Elmar Grosse Ruse. Zumal ihnen dies, wie Grosse Ruse erklärt, nicht nur etwas in energetischer Hinsicht bringt. „Wo auf Effizienz und einheimische Energie statt Erdöl und Erdgas gesetzt wird, steigt die lokale Wertschöpfung.“ (mai/mgt)

WWF-Rangliste der Kantone

"Vorreiter"
1. Thurgau
2. Basel-Landschaft
3. Basel-Stadt
4. Bern
5. Freiburg
6. Genf
7. Schaffhausen
8. Appenzell A.Rh.
9. Glarus


"Mitläufer"
10. Graubünden
11. Wallis
12. Neuenburg
13. Waadt
14. Zürich
15. Solothurn
16. St. Gallen
17. Uri


"Nachzügler"
18. Aargau
19. Jura
20. Tessin
21. Obwalden
22. Luzern
23. Zug
24. Nidwalden
25. Schwyz
26. Appenzell I.Rh.