Energiewende: Bund ortet Sparpotenzial bei Gebäudetechnik

Energiewende: Bund ortet Sparpotenzial bei Gebäudetechnik

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Eine Studie des Bundesamts für Energie zeigt erstmals auf, dass die Gebäudetechnik im Schweizer Gebäudepark hinsichtlich Energie- und CO2-Einsparung viel Sparpotenzial hat. Um dieses zu nutzen, sollen der Branche energiepolitische Instrumente zur Verfügung gestellt werden.

Fast die Hälfte des Schweizer Energiebedarfs fällt in Gebäuden an. Gemäss einer Studie von EnergieSchweiz, angesiedelt beim Bundesamt für Energie, liesse sich dieser Bedarf bis 2050 mit den heute marktgängigen Techniken und Konzepten (etwa konsequenter Einsatz von Bestgeräten) um 23 Prozent reduzieren – und dies trotz eines erwarteten Nutzflächenwachstums von 30 Prozent, heisst es in einer Mitteilung. In diesem Szenario – Referenzszenario genannt – würden die Treibhausgas-Emissionen (THGE) um 38 Prozent sinken. Dies aufgrund eines höheren Anteils an erneuerbaren Energien.

Werden darüber hinaus verstärkt Effizienzmassnahmen – Effizienzszenario genannt – bei der Gebäudetechnik umgesetzt, liessen sich zusätzlich 15 Prozent Energie einsparen und 40 Prozent der Treibhausgase vermeiden. Dies insbesondere durch effizientere Heizsysteme, energetische Betriebsoptimierungen und Gebäudeautomation.

In die Studie eingeflossen sind rund 150 konkrete Massnahmen, die von Fachleuten erarbeitet und von Experten aus Technik, Verbänden und Hochschulen hinsichtlich Umsetzbarkeit, Relevanz und Wirksamkeit geprüft wurden.

Um das Potenzial voll ausschöpfen zu können, müssen die bekannten, aber auch die neuen Ansätze zur Effizienzsteigerung aber gemäss Studie in jedes einzelne Projekt vollständig integriert werden, heisst es. Die Branche, die Bauherren sowie die Gebäudeeigentümer und -betreiber müssten flächendeckend auf hohe Effizienz und erneuerbare Energien setzen. Deshalb sollen nun die in der Studie angeregten Instrumente für die Praxis erarbeitet werden. Konkret geht es etwa um Arbeitshilfsmittel für die Branche oder die bessere Vernetzung von Anbietenden und Bestellenden sowie die Förderung des Bewusstseins bei Gebäudeeigentümern und -betreibern. Wichtig seien auch passende Rahmenbedingungen – zum Beispiel Anforderungen hinsichtlich der Energieeffizienz von Gebäudetechnik oder Energiepreise, die effizientes Handeln auch belohnen.

Derzeit entsteht für die Branche eine Roadmap. Mit dieser sollen in den nächsten Jahren die in der Studie bezifferten Potenziale im Hinblick auf die Energiestrategie 2050 weiterverfolgt werden. (mt/pd)

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