Emmenbrücke: Betriebskonzept für Tramhäuschen steht

Emmenbrücke: Betriebskonzept für Tramhäuschen steht

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Nachdem das Tramhüsli in Emmenbrücke letztes Jahr verschoben wurde, um es vor dem Abriss zu retten, ist nun ein Konzept für den künftigen Betrieb ausgearbeitet worden. Das Industriedenkmal soll zu einem gastronomischen und kulturellen Treffpunkt werden – und es erhält sogar einen Garten.

Das alte Tramhäuschen beim Centralplatz in Emmenbrücke ist einer der letzten Zeitzeugen der Luzerner Trambahn. Nachdem diese Anfang der 60er-Jahre ihren Betrieb eingestellt hatte, verlor auch das Tramhäuschen seinen Zweck. Deshalb und wegen einer Verbreiterung der Strasse am Centralplatz wollte man es letztes Jahr abreissen. Doch viele Einheimische wehrten sich dagegen und spendeten Geld, um es vier Meter zu verschieben und ein Stück zu drehen. Zu diesem Zweck wurde die Stiftung Tramhüsli ins Leben gerufen. Und es hat geklappt: Letzten Sommer ging das Gebäude auf Reisen und wartet seither auf seinen neuen Verwendungszweck.

Jetzt steht das Betriebskonzept, wie die Stiftung in einer Mitteilung schreibt. Aus acht Eingaben machte das Projekt der Interessengemeinschaft Arbeit aus Luzern das Rennen. Es sieht vor, Elemente der sozialen Integration aus der Industriegeschichte von Emmenbrücke aufzunehmen und diese neu zu interpretieren. Das erste Element ist der Kiosk. Schon früher gab es einen solchen im Tramhäuschen. Nun wird er zu einer Mischung zwischen Take away und Konsumation vor Ort. Das zweite Element ist der Garten. Wie die Stiftung Tramhüsli schreibt, soll der Aussenraum zur grünen Lunge am Centralplatz werden. Ausserdem ist eine Boccia-Bahn geplant. Diese habe früher, während der Hochblüte der Industrie in Emmenbrücke, eine grosse Rolle gespielt, weil sie für die Gastarbeiter ein Stück Heimat gewesen sei. Das dritte Element ist die Kultur. Das neue Betriebskonzept sieht eine Zusammenarbeit mit Takt1, einem Kollektiv von Kulturschaffenden aus der Region Luzern, vor. Geplant sind verschiedene kulturelle Anlässe, Theater, Lesungen, Konzerte und Tanzveranstaltungen. Ausserdem wird es eine Anlaufstelle – ein Schalter oder ein Büro – geben, die einen Dialog mit der Bevölkerung über Kunst und Kultur ermöglichen soll. Es wird auch möglich sein, eigene kleine Projekte am Centralplatz zu entwickeln und zu realisieren.

Urs Rudolf, Präsident der Stiftung Tramhüsli, ist vom neuen Betriebskonzept angetan: „Für mich ist es wichtig, dass sich am Centralplatz nun ein Treffpunkt entwickelt“, sagt er. Über den Zeitplan kann er derzeit aber nur spekulieren, denn die Realisierung hängt auch von der Finanzierung ab. Die Stiftung sei nach wie vor auf die Unterstützung von Sponsoren und Spendern angewiesen. Soviel weiss er aber schon: In einem ersten Schritt werden die Stiftung Tramhüsli und die IG Arbeit einen Nutzungsvertrag abschliessen. Gleichzeitig erfolgt die Planung für den Bau des Gartens, den Innenausbau des Tramhäuschens – jetzt herrscht nämlich noch gähnende Leere darin – und des Nebenbaus. „Realistisch ist eine Eröffnung im Frühling oder Sommer 2017, wenn auch die Aussenfläche genutzt werden kann, so Rudolf. (mt/pd)

Hier finden Sie eine Bilderstrecke von der Verschiebung des Tramhäuschens