Emmen: Auf dem Weg zur Studentenstadt

Emmen: Auf dem Weg zur Studentenstadt

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Teaserbild-Quelle: Visualisierung: EM2N

Der Teilumzug eines Departements der Hochschule Luzern nach Emmen bringt der Agglogemeinde eine studentische Blutauffrischung – und vielleicht neue Einwohner.

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Visualisierung: EM2N
Der «Bau 745» in der Viscosistadt Emmen wird ab nächstem Sommer zum Studienort vieler Designer und Künstler von morgen.

Diesen Sommer ist es soweit: Rund 350 Studentinnen und Studenten sowie 100 Mitarbeitende der «Hochschule Luzern – Design & Kunst» beziehen ihre neuen Räumlichkeiten in der Viscosistadt in Emmen. Ihr künftiger Studien- und Arbeitsort befindet sich im «Bau 745», einem für 24 Millionen Franken umgebauten, fünfstöckigen Industriegebäude. Verantwortlich für dessen architektonische Gestaltung ist das renommierte Zürcher Architekturbüro EM2N. Wo man früher unter anderem die textile Weiterverarbeitung von Garnen prüfte, werden die Designer und Künstler von morgen eine zeitgemässe Ausbildungsinfrastruktur auf einer Geschossfläche von 12‘500 Quadratmetern vorfinden: Ateliers, Unterrichtsräume, schallgeschützte Tonstudios, Schnittplätze, Medienlabors, Ausstellungsräume, eine Bibliothek und sogar eine Lounge.

Eine Alternative zur Stadt Luzern

Wird der Umzug der «Kunsti» an den Seetalplatz in Emmenbrücke das einstige Industriedorf über Nacht in eine Studentenstadt verwandeln? Wohl kaum. Aber in seinem kürzlich veröffentlichten Entwicklungsbericht ortet der Gemeinderat Emmen doch neue Wettbewerbsvorteile: «Emmen könnte längerfristig für studentisches Wohnen und Leben als Alternative zur Stadt Luzern gelten.» Ob sich die Studenten tatsächlich in Emmen niederlassen – und nicht nur einfach in der Luzerner Agglogemeinde studieren –, kann die Gemeinde zwar nur beschränkt steuern. Das hindert den Gemeinderat aber nicht daran, sich auf die möglichen neuen Einwohner vorzubereiten. In seinem Entwicklungsbericht widmet er ihnen ein ganzes Kapitel und hält auch Visionen fest: Studenten könnten etwa in Emmen günstig wohnen, wenn sie sich dafür im Gegenzug um die älteren Bewohner kümmern und ihnen bei den alltäglichen Arbeiten helfen.

Günstige Wohnungen vorhanden

Was das Wohnen angehe, sei Emmen aber bereits heute gut aufgestellt, sagt Gemeinderat Thomas Lehmann gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung: «Wir haben vier bis fünf grosse Wohnbaugenossenschaften und entsprechend viel günstigen Wohnraum.» Aber auch auf dem Viscosi-Areal würden Wohnungen entstehen, die sich für Studenten-WGs eignen, findet Sozialvorsteher Lehmann: «Die Viscosistadt könnte sich so zu einem Studentenquartier entwickeln.» Er zeigt sich überzeugt, dass im Gebiet Viscosistadt/Seetalplatz wegen des Hochschulstandorts zusätzliche Restaurants oder Ausgehlokale entstehen werden. Viel Rückenwind erhofft sich der Gemeinderat zudem für die Kultur in Emmen: In diesem Bereich will die Agglogemeinde endlich aus dem grossen Schatten der Stadt Luzern treten. (gd)