Electrolux mit starkem Gewinnplus - Ärger im Glarnerland

Electrolux mit starkem Gewinnplus - Ärger im Glarnerland

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Sparmassnahmen und eine stärkere Nachfrage haben Electrolux 2014 beflügelt. Der Gewinnsprung sorgt in der Ostschweiz für Enttäuschung und Verärgerung. Es zeige sich, dass genügend Geld vorhanden gewesen wäre, um den Standort im glarnerischen Schwanden zu erhalten, heisst es bei der Gewerkschaft Syna.

Unter dem Strich verdiente Electrolux im vergangenen Jahr mit rund 3,2 Milliarden schwedischen Kronen (rund 350 Millionen Franken) satte 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz konnte um 3 Prozent auf 112,1 Milliarden schwedische Kronen (rund 12,3 Milliarden Franken) gesteigert werden.

Viele grosse Märkte wie Europa, Lateinamerika und Asien hätten sich entscheidend erholt, erklärte Unternehmenschef Keith McLoughlin am Mittwoch laut einer Mitteilung in Stockholm. "Das Ergebnis in Nordamerika wurde durch die Anpassung an die neuen Energiestandards belastet", erklärte McLoughlin.

Ein Hohn für Mitarbeiter in Glarus

Um die Profitabilität des Europageschäfts langfristig zu sichern, hatte der Haushaltgerätehersteller im Oktober 2014 unter anderem die Schliessung der Fabrik in Schwanden auf Ende 2015 bekannt gegeben. "Der Gewinnsprung ist ein Hohn für die Mitarbeiter, die in den nächsten Monaten in Schwanden ihre Kündigung erhalten", erklärte denn auch der Ostschweizer Zentralsekretär der Syna, Guido Schluep, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Gewinnsteigerung sei eine Folge des Kostenschnitts, dem auch das Electrolux-Werk in Schwanden zum Opfer fallen werde. Die Schliessung in werde in Zukunft zu einer Verbesserung des Betriebsergebnisses führen.

Schluep kritisierte weiter, dass von den bei den Konsultationsverhandlungen vorgelegten Projekten zur Weiterführung des Standorts keines umgesetzt werde. Ein Projekt sah beispielsweise vor, dass mit dem bisherigen Know-how mit einem neuen Eigentümer in Schwanden auch andere Produkte hergestellt würden. Gescheitert sei das gute Projekt an Electrolux und der Glarner Politik, so Schluep.

Möglicher Standort für Altersheim?

Laut Schluep ist das Betriebsareal begehrt. Inzwischen gebe es Pläne des Kantons, dort ein Alterszentrum zu errichten. Vermutlich werde es daher künftig in Schwanden keine industrielle Fertigung mehr geben. Damit gingen Arbeitsplätze für unqualifizierte Beschäftigte verloren.

Im Dezember hatte Electrolux ihrerseits mitgeteilt, man suche eine neue gewerblich-industrielle Nutzung für das Fabrikgelände. Das Unternehmen sei bereit, unter bestimmten Bedingungen das Gebäude und Gelände einem Investor zu einem symbolischen Preis zu überlassen, sofern dieser Electrolux-Mitarbeitende übernehme und Arbeitsplätze sichere oder schaffe.

Ende März will eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Electrolux und dem Kanton Glarus über das Projekt zur Weiterführung informieren. Der Sozialplan, der bis Ende 2014 gültig war, ist laut Schluep im Rahmen der Verhandlungen leicht verbessert worden. (sda/pd)