Eisige Zwerge statt Riesen

Eisige Zwerge statt Riesen

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Das Volumen von Gletschern und Eiskappen wird sich bis 2100 weltweit um 15 bis 27 Prozent verringern. Dies geht aus einer Studie hervor, die im US-amerikanischen Fachmagazin Natur Geoscience veröffentlicht wurde.
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Vergängliche Schönheit? Der Maerjelensee im Kanton Wallis beim Aletschgletscher.
 
 
Die Studie der Geophysiker Valentina Radic und Regine Hock der Universtiät Alaska basiert auf einem Computermodell, das auf der Basis von zwischen 1961 und 2004 erhobenen Daten von über 300 Gletschern weltweit erstellt wurde. Als Bezugsgrösse für die Erderwärmung bezogen sich die Forscher auf das Szenario des Weltklimarates IPCC*, das mit einem Temperaturanstieg bis 2100 von 2,8 Grad Celsius rechnet.
 
Je nach Weltgegend wird der Eisschwund unterschiedlich ausfallen, abhängig von der Höhe über Meer. der Gletscher, der Bodenbeschaffenheit und der regionalen klimatischen Besonderheiten. Während für die europäischen Alpen ein massiver Gletscher-Rückgang von 75 Prozent und für Neuseeland von 72 Prozent erwartet wird, rechnet man in den im Vergleich zu den Alpen höher gelegenen Eismassen Asiens mit einem Schwund von „nur“ zehn Prozent.
 
Die Eisschilde Grönlands und der Antarktis, in denen 99 Prozent des weltweiten Süsswassers gebunden sind, wurden in dieser Studie noch nicht einmal berücksichtigt. Allein das Abschmelzen der in der Studie berücksichtigten kontinentalen Eismassen wird einen Anstieg der Pegel der Ozeane um rund 12 Centimetern bewirken. Würden die Eisschilde Grönlands und der Antarktis in ähnlichem Umfange abschmelzen, müsste mit einem Anstieg des Meeresspiegels um einige Meter gerechnet werden. (mai/mgt)
 
* Der Weltklimarat IPCC durchlebt gegenwärtig eine Glaubwürdigkeitskrise, nachdem grobe Fehlaussagen im IPCC-Bericht 2007 festgestellt wurden, zum Beispiel die Prognose, dass die Himmalaya-Gletscher in den nächsten Jahrzehnten verschwinden würden. So wird auch die vom IPCC prognostizierte globale Erwärmung von 2,8 Grad Celsius bis Ende dieses Jahrhunderts nicht von allen Fachleuten mitgetragen.