Eis fällt vom neuen Roche-Turm in Basel

Eis fällt vom neuen Roche-Turm in Basel

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Teaserbild-Quelle: Taxiarchos228, eigenes Werk, FAL, Wikimedia Commons

Wegen des Tauwetters lösten sich Eisstücke vom höchsten Gebäude der Schweiz und fielen auf die Grenzacherstrasse. Diese wurde einseitig gesperrt. Die Stararchitekten Herzog & de Meuron suchen zusammen mit Roche nach einer Lösung.

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Taxiarchos228, eigenes Werk, FAL, Wikimedia Commons
178 Meter hoch: der Roche-Turm in Basel

Vom 178 Meter hohen Roche-Turm in Basel hat es unerwartet Eisstücke geregnet. "Die ganze Strasse gleicht einem Eisfeld", sagte eine Augenzeugin gegenüber dem Nachrichtenportal barfi.ch. Vom Eis wurde niemand getroffen. Die Grenzacherstrasse, die am sogenannten Bau 1 vorbeiführt, wurde aber aus Sicherheitsgründen einseitig gesperrt. Zum Schutz der Passanten wurden mit Planen bespannte Bauzäune aufgestellt. Buslinien der Basler Verkehrsbetriebe wurden umgeleitet.

Lange Kälteperiode als Grund

Die herunterfallenden Eisstücke wiesen ungefähr die Grösse eines Fingernagels auf, wie Roche-Sprecher Karsten Kleine gemäss Medienberichten erklärte. Das Eis habe sich durch kondensiertes Wasser an der Fassade des höchsten Gebäudes der Schweiz gebildet. Der Grund sei die aussergewöhnlich lange Kälteperiode im Januar.

Der zu Ende gehende Monat ist der kälteste Januar seit 30 Jahren. Wegen des Tauwetters löste sich das Eis. Mittlerweile ist das Eis am Roche-Turm geschmolzen. Im vergangenen Winter hatte die Fassade des 2015 eingeweihten Gebäudes keine Probleme verursacht.

"Dass sich Eis an Gebäuden bilden kann, ist in der Planungsphase immer ein Thema. Man ist sich dessen besonders bei Gebäuden mit Glasfassaden bewusst", erklärten die Stararchitekten Herzog & de Meuron, die das Hochhaus entworfen haben.

"Doppelhelix" wegen Eiszapfen-Gefahr verworfen

Pikant: Dem Pharmakonzern lagen 2008 zwei Vorschläge für die Campus-Erweiterung vor. Roche entschied sich damals gegen den futuristisch anmutenden "Doppelhelix"-Turm. Einer der Gründe war die Angst vor Eiszapfen, die sich an der überragenden Fassade hätten bilden können und die Fussgänger auf den darunter liegenden Trottoirs in Gefahr gebracht hätten. Der treppenstufenähnliche Turm war für Roche die sicherere Wahl.

"Beim Roche-Turm haben wir alles gemacht, damit sich kein Eis bilden kann. Durch die extreme und lange Kälteperiode ist es nun aber trotzdem geschehen", sagen Herzog & de Meuron. "Wir arbeiten mit Roche zusammen an einer Lösung und entwickeln Massnahmen."

Wichtig ist dies für Roche auch im Hinblick auf den geplanten Bau 2, der das bestehende Hochhhaus um 27 Meter überragen soll. Die Bauarbeiten für den 205 Meter und 50 Stockwerke hohen Turm sollen in diesem Jahr gestartet werden. Der Bezug des Hochhauses ist für 2021 geplant. (mgt)